"Blinde Göttin" ist der erste Kriminalfall der Osloer Kriminalkommissarin Hanne Wilhelmsen und zugleich Anne Holts Erstlingswerk.
Der Leser wird in diesem Band mit allen Hauptfiguren der Krimireihe bekannt gemacht: die Ermittler Hakon Sand und Hanne Wilhelmsen, dem Ermittler des Unruhekommandos Billy T. und nicht zuletzt der Anwältin Karen Borg.
Diese findet bei einem Spaziergang eine übel zugerichtete Leiche. Parallel dazu sitzt ein blutüberströmter völlig verstörter Mann mitten auf der Straße und gesteht den Mord an dem heroinabhängigen Opfer ohne Umschweife. Doch sonst ist aus ihm nichts herauszubekommen. Er besteht darauf, von Karen Borg verteidigt zu werden, deren Spezialgebiet eigentlich Wirtschaftsangelegenheiten sind. Und er hat Panik, zur U-Haft ins Gefängnis verlegt zu werden und möchte lieber in Polizeigewahrsam bleiben.
Relativ schnell haben Wilhelmsen und Sand der Verdacht, dass die Morde im Zusammenhang mit organisierter Rauschgiftkriminalität stehen. Sie verdächtigen zwei Anwälte, die dieser Mafia vermutlich angehören- doch die Polizei kann diese Vermutungen in keinster Weise beweisen...
Man merkt diesem Krimi deutlich an, dass es das erste Buch Anne Holts ist. Für den Hanne-Wilhelmsen-Fan ist es sehr interessant die Anfänge zu lesen, aber der Fall an sich schleppt sich etwas und klingt ein wenig unglaubwürdig. Dennoch ist er mitten aus dem Polizeialltag gegriffen, was eine große Stärke der Holtschen Krimis ist. Für den Leser nordischer Thriller ist es eine Erholung, dass die Ermittler weder manisch depressiv noch unter Magenproblemen leiden, sondern allesamt sympathische Menschen sind.
Ein lesenswerter Krimi-aber man muss ihn mögen.