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Blindband
 
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Blindband [Gebundene Ausgabe]

Gilbert Adair
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 223 Seiten
  • Verlag: Edition Epoca (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3905513137
  • ISBN-13: 978-3905513134
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13,7 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 970.702 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gilbert Adair
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Geblendete Betrüger

Gilbert Adairs Roman «Blindband»

Wer Augen hat zu lesen, lese!» steht auf dem Buchrücken von Gilbert Adairs neuem Roman. Vermutet man hinter dem mutierten biblischen Zitat nicht mehr als eine witzige Leserwerbung, wird man bald eines Besseren belehrt. Auch der geschickt gewählte Titel, «Blindband», gewinnt nach den ersten paar Seiten an ironischer Tiefenschärfe. In Adairs drittem auf deutsch erschienenem Buch geht es nämlich um Blindheit im wörtlichen und – vor allem – im übertragenen Sinn.

Die Grundkonstellation erinnert an Adairs frühere Romane, «Der Tod des Autors» (1997) und «Liebestod auf Long Island» (1998). Ist die Hauptfigur im ersten Roman ein Literaturtheoretiker, so handeln die beiden anderen je von einem Schriftsteller. Auch wenn die Schauplätze geographisch genau auszumachen sind, finden die entscheidenden Handlungen alle im Innern dieser schreibenden Kopfmenschen statt. So wird dem im Elfenbeinturm lebenden Leopold Sfax in «Tod des Autors» die erinnerte Vergangenheit zum Verhängnis, während De'Ath im «Liebestod» zielsicher in den trivialen Sumpf einer unmöglichen Liebe schlittert. Der britische Erfolgsautor Paul in «Blindband» will nun nach mehrjähriger Pause die Summa seines Lebens niederschreiben. Da er bei einem schweren Unfall beide Augen verlor, muss er sich aber für dieses Unterfangen die Sehkraft eines schreibenden Gehilfen borgen.

Dass Adair es hervorragend versteht, seine Figuren, aber auch die Leser Zeile für Zeile im auktorialen Würgegriff zu halten, wird in «Blindband» noch deutlicher als in den beiden Vorgängern. Dies gelingt ihm hier unter anderem damit, dass er sich als Autor scheinbar völlig zurücknimmt und nichts anderes wiedergibt als Dialog. Einzige Ausnahmen bilden kurze innere Monologe, die sich am Schluss als Tagebucheinträge entpuppen. Ansonsten gibt es nur direkte Rede, vorab zwischen dem Blinden und dem Sehenden.

John Ryder, dienstbeflissen und technisch versiert, meldet sich auf ein Inserat als Amanuensis beim blinden Schriftsteller, dessen Werke er kennt und bewundert. Bald sitzt John vor dem Computer und nimmt Pauls Diktat auf. «Die Wahrheit und ihre Folgen», so der Arbeitstitel der literarischen Selbstdarstellung, ist ein ambitiöses Projekt. Doch Paul, dessen Ego so gross ist, dass er unter «Platzangst im Universum» leidet, hat alles fest im Griff. Und wo seine Erinnerung ihn im Stich lässt, springt John ein, besucht Museen oder schaut nach, welche der Säulen am Trafalgar Square leer ist.

In der anfänglich produktiven Arbeitsgemeinschaft verschieben sich die Machtverhältnisse immer mehr, bis der Auftraggeber seinem Angestellten komplett ausgeliefert ist und sein genialer Plan von demjenigen des Gegenspielers durchkreuzt wird. Dabei wechseln beide ihre Rollen als Opfer bzw. Täter, bleiben aber immer Gefangene ihrer eigenen biographisch bedingten Blindheit.

Adairs neuester Roman ist eine von schwarzem Humor durchtränkte Geschichte über den blinden Fleck und die von (Selbst-)Täuschungen begleitete Suche nach Wahrheit. Dem Risiko, das die Figuren dabei eingehen, können sich auch die Leserinnen und Leser nicht entziehen. Vom Dialog gefesselt und dem Wechselbad von Sympathie und Antipathie hilflos ausgeliefert, sind sie gezwungen, über ihre eigene Rolle nachzudenken und ihre Positionen ständig neu zu definieren.

Thomas Hermann

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
In einer Kurzkritik von wenigen Zeilen äussert sich K. H. Kramberg kryptisch über Adairs neuen Roman. Zunächst stellt er für sich fest, dass an dem Ausgang der Geschichte wohl nur "Sadisten allererster Ordnung" ihre Freude haben können. Dies scheint jedoch ein Lob zu sein. Denn abschliessend erklärt Kramberg, dass, wer diesen "furiosen" Stoff nicht mag, "keine Gnade" verdiene.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unbedingt 2x lesen! 2. November 2009
Von Xirxe TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Paul Reader, berühmter Schriftsteller, seit einem Unfall blind, grauenhaft entstellt und in völliger, selbstgewählter Isolation lebend, plant ein neues Buch zu schreiben. Dafür engagiert er den wesentlich jüngeren John Ryder, der für ihn schreiben und Recherchen durchführen soll. John zieht bei ihm ein und trotz Pauls schwieriger Art zeigt die Zusammenarbeit Fortschritte, das Buch nimmt Gestalt an. Doch etwas scheint mit John nicht zu stimmen...
Fast der komplette Roman ist in Dialogform wiedergegeben, lediglich wenige Mal unterbrochen von Gedanken und Überlegungen Pauls. Paul ist ein unangenehmer, egozentrischer, überheblicher und arroganter A...., so dass es trotz seiner Blindheit und Verunstaltung schwer fällt, Mitgefühl für diese Figur zu entwickeln. Je weiter man liest desto unklarer wird die Atmosphäre zwischen den beiden Männern. Hat John finstere Absichten? Oder sind es nur Hirngespinste eines Blinden?
Weshalb nun zweimal lesen? Weil die Lösung dieses Falles im ganzen Buch immer und immer wieder angedeutet wird. Nur Kleinigkeiten, die man beim ersten Mal überliest, beim zweiten Mal jedoch mit einem 'Ach so!' kommentiert. Beispielsweise die Sache mit den Wasserspeiern oder der Hintergrund der nicht vorhandenen Leerstellen. Erst die wiederholte Lektüre erschließt einem wirklich das ganze Buch!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Originelle Geschichte 17. Februar 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Die Story ist interessant, doch insgesamt zu konstruiert und unglaubwürdig - z.B. der angebliche vierjährige Verzicht des Blinden aufs Radiohören, seine völlige Unkenntnis von den Vorgängen in der Welt draußen. Gestört hat mich auch die "bayerische" Haushälterin und das aufgepfropft wirkende Ende. Nach den begeisterten Zeitungskritiken hätte ich mir mehr von dem Buch erwartet.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesen öffnet die Augen! 15. November 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein erfolgreicher Schriftsteller hat bei einem schweren Unfall nicht nur das Augenlicht, sondern auch gleich beide Augen und sein halbes Gesicht verloren. Nach vier Jahren in stiller Einsamkeit beschliesst er, seine Geschichte zu erzählen und sich mit einer unkonventionellen Autobiografie wieder zu Wort zu melden. Hierfür stellt er einen jungen Mann als Schreibkraft ein und schickt diesen immer wieder aus, um über die Wirklichkeit zu rapportieren.

Was ganz harmlos beginnt, nimmt bald schon beklemmende Züge an und bringt in einem fulminanten Schluss die «Wahrheit und ihre Folgen» ans Licht. Mit meisterhafter Dialogregie erzählt Gilbert Adair nicht nur eine packende Geschichte, sondern öffnet den Lesern auch die Augen für ihre Blindheit, indem er ihnen geschickt den sprachlichen Boden unter den Füssen wegzieht.

Blindgläubig sehen wir nur, was die Worte beleuchten. Aber sie sind Blendwerk und verstellen den Blick auf die Welt. Selbst im Lichtschein der Leselampe bleibt es finster im Kopf. Das bekommen wir bei der Lektüre am eigenen Leib zu spüren, wenn die Platzangst der Hauptfigur langsam auf uns übergreift und auch wir beginnen, uns vor der Dunkelheit im Text zu fürchten.

© Daniel Ammann

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Die neuesten Kundenrezensionen
gute idee, schlechte ausführung
Story:
Ein Autor, der vor 4 Jahren durch einen Unfall erblindete, sucht sich durch eine Zeitungsanzeige eine Hilfskraft, welche ihm dabei helfen soll eine art Biografie zu... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. August 2007 von esther schmitt
formal und stilistisch überzeugend
Das Buch ist ausschließlich in wörtlicher Rede geschrieben. Sprachliche Mittel setzt der Autor virtuos und stilsicher ein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Juni 2007 von Henning Kolf
Die Macht des Dialogs
Der Autor zeigt, wie sehr ein Dialog für die Spannung eines Romans sorgen kann. Bestehend aus direkter Rede verwirrt diese Geschichte den unachtsamen Leser und belohnt den... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. April 2007 von A. Altevoigt
kaum begeisternd
es tut mir ja leid für den autor so etwas sagen zu müssen, aber das buch ist wirklich schlecht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Oktober 2006 von P. Fischer
Konzept: genial, die Auflösung: hmmmm...
Geniale Idee, die ganze Geschichte. Auch, dass auf prosa-mässige Beschreibungen verzichtet wird, nur aus Dialogen besteht dieser Roman. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. April 2003 von Urs Schmid
Ein Meisterwerk
Großartige Idee! Ein Meisterwerk! Welche Kunstfertigkeit! Welch ausgefeilte Filigrantechnik gehört dazu, beinahe ausschließlich in in der Dialogform zu schreiben... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Juni 2001 von magisterwigbold@gmx.de
Klasse Buch, das bis auf die letzte Seite fesselt
Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen, der Lust auf einen intelligenten Kriminalroman hat. Der Schriftsteller des Buches verzichtet hierbei vollständig auf Beschreibungen... Lesen Sie weiter...
Am 6. April 2001 veröffentlicht
Gute Idee aber schlechte Ausführung
Man hält ein äußerlich schönes Buch in Händen. Die originelle Idee, daß ein erblindeter Schriftsteller jemanden engagiert, der ihm die fehlenden... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Dezember 2000 von uwe.sieler@t-online.de
Herbe Enttäuschung
Trotzdem ich von mehreren Seiten Positives über Gilbert Adairs neuen Roman hörte, war ich schwer enttäuscht von seinem "Blindband". Lesen Sie weiter...
Am 20. November 1999 veröffentlicht
Brillant
Ich zitiere die altehrwürdige 'Zeit', da ich keinen besseren Ausdruck finde:'Blindband - so etwas Furioses und bösartig Brillantes, wie diesen jüngsten Roman Gilbert... Lesen Sie weiter...
Am 3. November 1999 veröffentlicht
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