Kira ist die stellvertretende Chefredakteurin eines Moskauer Politmagazins. Sie hat den Sozialismus, den Zeitungszirkus und eine Ehe miterlebt. Einen dreizehnjährigen Sohn hat sie obendrein. So schnell macht ihr niemand was vor.
Dann wird ihr Chefredakteur Kostik abends auf der Treppe vor ihrer Wohnung ermordet. Die Miliz steht unter Druck, schon munkeln einige, dass es ein politischer Mord sei. Dass die Miliz mal wieder schlafe. Hauptmann Galzew muss Ergebnisse liefern. Möglichst vorgestern. Da bietet sich Kira als Hauptverdächtige an. Der Mord geschah vor ihrer Wohnung in einem Wohnblock, der nur mit Sicherheitsschlüssel betreten werden konnte. Ganz gewiss war Kostik Kiras Liebhaber. Die Miliz verfolgt nur noch diese Spur.
Wie soll Kira beweisen, dass sie unschuldig ist? Obendrein mischt sich auch noch ihr Ex-Mann ein und will unbedingt Sherlock Holmes spielen. Und ihr Sohn hat auch so seine eigenen Plänen. Die er natürlich weder Mama noch Papa verraten mag.
Tatjana Ustinowa hat einen rasanten Krimi vorgelegt, leichtfüßig geschrieben, mit viel von dem unterkühltem Witz, den man sonst den Briten nachsagt. Russen sind doch schwermütig denken wir immer, Dostojewski und so? Aber vielleicht haben sie auch diesen unterkühlten Witz, nur hat es bisher noch niemand gemerkt. Ustinowa jedenfalls hat ihn und das macht das Lesen zu einem Vergnügen.
Selbst dann, als sie völlig unmotiviert und ohne jede Verbindung zur Story eine Geiselnahme einschiebt. Mit dem Schluss tat sie sich schon in „Dass du nicht mehr lebst" hart. Lesenswert sind ihre Krimis trotzdem.
Und geben interessante Einblicke in die russische Medienszene, ein wenig in Jet-Set und die Politik. So ist auch dieses Buch ein gute Mischung aus Spannung und Einblick in den russischen Alltag und deshalb auch für Nicht-Krimi-Fans interessant.<P