Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Blind Husbands [VHS]
 
Größeres Bild
 

Blind Husbands [VHS]

Videokassette
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Produktinformation

  • Anzahl Disks: 1
  • Produktionsjahr: 1919
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • ASIN: B000094J7A

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Kundenrezensionen

5 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von theSilentNoirFreak TOP 1000 REZENSENT
Format:DVD
Bereits lange vor der Zeit des Nationalsozialismus, als viele Regisseure, Schauspieler, Kameraleute etc. des deutschsprachigen Raums in die USA emigrierten, war der gebürtige Wiener Erich Oswald Stroheim in Hollywood angekommen - 5 Jahre lang übte er die verschiedensten Tätigkeiten aus, bevor er 1914 Zugang zur Filmbranche fand. Hier etablierte er sich u.a. als Stuntman und als solcher, der sich bei einem Sturz vom Dach die Rippen brach, beeindruckte er den Regisseur David Wark Griffith während der Dreharbeiten zu dessen Kino-Klassiker BIRTH OF A NATION (1915). Griffith fand diesen Einsatz (im positiven Sinn) ungeheuerlich und fand für den Mann, der sich als Erich von Stroheim vorstellte, zukünftig qualifiziertere Aufgaben: Schon bei Griffith's nächster monumentaler Filmproduktion, INTOLERANCE im Folgejahr, war Stroheim (neben u.a. Tod Browning) einer der Regie-Assistenten. Stroheim hatte bereits früh damit begonnen, Drehbücher und Geschichten zu schreiben und nachdem er ebenfalls Gelegenheit bekommen hatte für Griffith wie u.a. auch für Douglas Fairbanks vor der Kamera zu agieren (und dies nicht länger als Stuntman) überzeugte er Carl Laemmle, den Boss der Universal-Studios, von den Qualitäten seiner eigens geschriebenen Story "The Pinnacle". Es wurde 1919 daraus der Film BLIND HUSBANDS, Erich von Stroheim selbst führte die Regie und übernahm eine der Hauptrollen. Es gilt bis heute als kleines Wunder, daß Universal im Vorfeld der Premiere des Films eine aufwendige Werbekampagne startete, wie man sie bis dato in vergleichbarer Form nur von D.W. Griffith- oder Cecil B.DeMille-Filmen her kannte. Stroheim's Regie-Debut schlug bei Presse und Publikum gleichermaßen ein und in Hollywood zelebrierte man einen neuen Namen: Erich von Stroheim.

Was zu jener Zeit den Reiz von BLIND HUSBANDS ausmachte, war, daß ein delikater Stoff behandelt, dabei aber nicht geschmacklos verarbeitet wurde ... "Daring theme - cleanly handled" besagte einer der Werbeslogans, der allgemein deutlich machte, daß ein erwachsenes Publikum angesprochen wurde, daß eine Zensurbehörde allerdings nicht einschreiten mußte. Bereits im Vorspann zum Film, dessen Sujet eine Art von Dreiecksgeschichte darstellt, wirft Stroheim (in Textform) die Frage auf: Wenn es zur Entfremdung zwischen Eheleuten kommt, wer trägt dann den größeren 'Schuldanteil', wenn sich die Konsequenzen einstellen ... der 'andere Mann', der sich um die Gunst der vernachlässigten Ehefrau bemüht (und dafür in aller Regel von der Welt verdammt wird) oder der Ehemann, der sich doch bereits auf dem Vorwege für diese Vernachlässigung verantwortlich zeichnet ... ?
In den ersten Minuten des Films wird der Zuschauer in die Atmosphäre einer kleinen Ortschaft in den Dolomiten eingeführt, der erste greifbare Charakter ist Sepp (T.H. Gibson Gowland, der später auch in Stroheim's Klassiker GIER spielte), "ein Sohn der Berge". Sepp erhält ein Telegramm, das die Ankunft von Dr. Armstrong und Gattin ankündigt und sofort erinnert er sich zurück, wie der amerikanische Dr. Armstrong ihm während eines vormaligen Aufenthalts in den Bergen das Leben rettete - daraus entstand eine, auf Ehrgefühl basierende, lebenslange Freundschaft. Dr. Robert Armstrong (Sam De Grasse) sitzt mit seiner Ehefrau Margaret (Francelia Billington) bereits in einer Kutsche, die das Paar zum Gasthaus fährt, in dem es während seines diesjährigen Aufenthalts, unterkommt. Schon in dieser Szene wird deutlich, daß das Ehepaar ohne viele Worte und Berührungspunkte auskommt - Dr. Armstrong liest, Pfeife rauchend ... seine Gattin sieht sich die Umgebung an. Dies entgeht nicht dem dritten Fahrgast, einem Mann, der zum Schein eine Militäruniform trägt und dessen Name und Titel wohl demgemäß ebenso unglaubwürdig sind: Leutnant Eric von Steuben (Erich von Stroheim) - er nimmt Mrs. Armstrong bereits ins Visier, erweist ihr seine Aufmerksamkeit. In der Folge nimmt der Zuschauer wahr, daß die Militäruniform von Steubens ihre Wirkung bei den Damen nicht verfehlt, der 'Leutnant' ist ihnen gegenüber auch niemals abgeneigt, doch hat er sein eigentliches 'Opfer' längst auserkoren: Mrs. Armstrong. Der schweigsame Sepp beobachtet von Steuben genau und durchschaut dessen Absichten recht schnell. Von Steuben läßt keine Gelegenheit aus, Margaret Armstrong seine Avancen zu machen und seine Beharrlichkeit scheint sich bereits auszuzahlen - doch Sepp paßt auf. Dann beschließen Dr. Armstrong und Leutnant von Steuben den 'Pinnacle' zu besteigen - einen Berg, dessen gefährliche Nordwand noch von niemandem bezwungen wurde, viele haben es bereits versucht, doch kamen sie alle dabei zu Tode. Die Bergexpedition erweist sich als Tour-de-Force im doppelten Sinn: Der Berg fordert beiden Männern einiges ab, doch gelingt es ihnen, die Spitze des 'Pinnacle zu erreichen. Dort angekommen eröffnen sich Dr. Armstrong, aufgrund einer Notiz, nun unzweifelhaft von Steuben's Absichten bezüglich Margaret und auf der Bergspitze tragen die Männer ihre Rivalität aus. Nur einer der beiden kann nach einem Sturz gerettet werden ... der andere hat eine fatale Begegnung mit dem 'Geist der Berge' ...

Die Offenheit, wie die Natürlichkeit in dieser melodramatischen Inszenierung soll in Hollywood neue Maßstäbe für zukünftige Filmproduktionen mit ähnlichen Inhalten gesetzt und somit u.a. bereits Einfluß auf Cecil B. DeMille's Film DON'T CHANGE YOUR HUSBAND genommen haben. In Österreich lief BLIND HUSBANDS, leicht umgeschnitten, unter dem Titel DIE RACHE DER BERGE, dies erst 1921. In tatsächlich geschnittener (= gekürzter) Form wurde der Film 1924 in den USA wieder aufgeführt und in dieser Form wird er in Amerika auch heute auf DVD veröffentlicht. Die lange verschollen geglaubte, österreichische Version, deren Fund noch gar nicht so lange zurück liegt, gilt, mit einigen Minuten Zeitunterschied bei gleichem Abspieltempo, gegenwärtig als die vollständigste (= längste) der Welt, sie beinhaltet deutsche Zwischentitel. Diese Version liegt vor, auf der DVD, die durch die 'Edition Filmmuseum' veröffentlicht wird.
Optional stehen ebenfalls englische Untertitel zur Verfügung, für eine erstklassige, neu eingespielte Musik sorgte der Dirigent, Komponist, Pianist und Geiger (und mittlerweile 'Stummfilm Routinier') Günter A. Buchwald. Zu den zahlreichen Extras gehören Komplettabdrucke von interessanten Texten (zu Stroheim, wie zum Film), die im Buchhandel längst vergriffen sind (dies im CD-Rom-Part - die Disc muß zum Lesen also in ein Computerlaufwerk eingelegt werden; die DVD ist Macintosh-kompatibel), ein 20seitiges Booklet mit zusätzlichen Informationen und Fotos, ein Vergleich der US- mit der österreichischen Version anhand einiger Beispiele, eine Bildergalerie sowie ein kurzer Wochenschaubericht, der Erich von Stroheim's Ankunft in Österreich 1948 zeigt. Außerdem steht der Textvorspann der Original-Universal-Version (natürlich in engl. Sprache) zum Einblenden zur Verfügung.
Ton: DD 2.0, Bild: 4:3 / 1:1,33, Regionalcode: 0 (also weltweit auf jedem DVD-Player abspielbar).

Insgesamt ist diese, einmal mehr gelungene, DVD-Veröffentlichung von 'Edition Filmmuseum' jedem Stummfilmliebhaber sowie jedem Erich von Stroheim-Fan nur wärmstens zu empfehlen. Das Bild ist nicht zu jeder Zeit makellos, keinesfalls aber kommt es zu ernsthaft schweren Beeinträchtigungen - der Film läßt sich durchweg gut ansehen und das auch noch bei seinem nicht weg zu leugnenden Alter. Es ist eine Freude, eines jungen Erich von Stroheim ansichtig zu werden, der die Figur des Erich von Steuben sehr selbstironisch charakterisiert hat, wie dem Kenner nicht entgehen wird. Außer "Von" spielen aber auch alle anderen Darsteller ihre Rollen sehr gut. Die Regieführung ist, von kleinen Längen abgesehen, in ihrer Gänze ebenfalls gelungen, was umso positiver auffällt, da es sich um ein Debüt handelt. Eine würdige DVD-Veröffentlichung, für jede gut sortierte Stummfilm-Sammlung unverzichtbar!
-- theSilentNoirFreak
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar