"Blind Beast" konzentriert sich auf das Wesentlichste. Keine schnick-schnackige Handlung, keine Nebenplots und nur wenige Drehorte. Nach nicht einmal 90 Minuten erzählt der Film alles, für was andere die doppelte Zeit bräuchten. Das ist insbesondere im letzten Drittel ersichtlich, da dort die Handlungen der Figuren schwer nachvollziehbar sind. Aber bis dahin ist der Streifen physisch wie auch psychisch spürbar und überrascht sogar einige Male. Die Figur der Aki, des Aktmodels, welches entführt wird, ist vor allem sehr spannend geraten. Sie findet sich recht schnell in der Umgebung wieder und versteht sofort, dass zwischen Sohn und Mutter eine sonderbare Beziehung herrscht, welche sie zu ihrem Vorteil nutzen kann. Dennoch überkommt sie seit ihrer Ankunft im gruseligen Atelier - trotz der cleveren psychischen Manipulation von Mutter und Sohn - eine Faszination für die Welt des blinden Künstlers, dem sie sich im Verlauf der Geschichte ja auch sichtbarer hingibt. Eine unsichtbare, undefinierbare Verbindung zwischen den beiden wird schon in den ersten Minuten des Films deutlich: In einer Galerie schaut Aki zu wie der blinde Mann die Skulptur einer nackten Frau befühlt. Und es fühlt sich für sie an, als seien die Hände des Blinden an ihrem Körper.