Ate Koopmans (1931 - 4.1.2002) gehörte zu den führenden Anthroposophen in Holland, welche die geisteswissenschaftliche Forschung, vor allem auf medizinischem, pädagogischem und naturwissenschaftlichem Gebiete, betrieben und förderten. Er war zwölf Jahre Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden.
In den letzten 20 Jahren seines Lebens entwickelte er eine konkrete Karmaforschung als seminaristische Arbeit in Gruppen. Leitend waren dabei die Karmaübungen Rudolf Steiners, die Grundlage wurde geschaffen durch praktische Menschenkunde.
Ate Koopmans wurde auf der Zinn-Insel Billiton (Indonesien) geboren, bald nach seiner Geburt siedelte die Familie nach Holland um.
Im Rahmen verschiedener (para-)medizinischer Ausbildungen war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent tätig.
Seit 1975 war er Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden. Vor allem in seminaristischem Kontext arbeitete er bis kurz vor seinem Tod an seinem zentralen Thema: Menschenerkenntnis und Schicksalserkenntnis miteinander zu verbinden, nachdem das Karmathema in seiner Biografie kraftvoll aufgetreten war. Es wurde das zentrale Thema der letzten 20 Jahre seines Lebens. Er nannte es 'praktische Menschenkunde', weil es ganz auf anthroposophische Menschenkunde aufgebaut war. Diese übend, wurde anhand der konkreten Biografie eines Teilnehmers seminaristisch gearbeitet. Die in dieser Weise angeschauten Phänomene und gewonnenen Einsichten machten es dann möglich, die Karmaübungen Rudolf Steiners zu praktizieren.
Es war ein neuer Blick auf das Karma, der nicht mit dem Osten, aber viel mit dem Westen zu tun hat. Es ging um das Karma als Herausforderung für die Zukunft. An vorigen Inkarnationen war er kaum interessiert, sondern vor allem daran, wie in dem großen Bogen des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt die Umstände der nächsten Inkarnation vorbereitet werden. Auf den übersinnlichen Menschen in dieser 'zweiten Biografie', wie er sie gerne nannte, war der Blick gerichtet. Der auf der Erde lebende Mensch wurde das Erscheinungsbild für die Intentionen des ewigen Wesens, das dahinter wirksam war.
Schüler von ihm haben nach seinem Tod dieses Buch 'Blick aufs Karma - Schicksalselemente im Lebenslauf' heraus gebracht, das auf Grundlage der praktischen Menschenkunde eine anthroposophische Methode der Karmapraxis und -forschung darstellt. Sie setzt dabei an den äußerlich vorliegenden Fakten eines Menschenlebens an bzw. an dem, was wir - in einer Gruppe - von einem Menschen in Erfahrung bringen können, indem wir ihn sehen, hören, miterleben und befragen. Dies geschieht durch sorgfältige Beobachtung, behutsames Befragen, Streben nach Objektivität und ein tiefes Interesse am anderen. Die Teilnehmer an dieser Arbeit bilden dabei eine Pilotgruppe, um sich die Arbeitsform anzueignen - dieses gemeinschaftliche Vorgehen soll eine gewisse Objektivität der Annäherung auf das Karma bringen.'