BLS kennt man ja. Ein wesentlicher Trumpf dieser Gruppe rund um den Hünen Zakk Wylde (der mit der unglaublichen Statur) ist bekanntlich, dass sie die Erwartungen bestens bedient.
Liebhabern harten, schnellen Metals wird allerhand geboten, Wylde ist nicht umsonst als einer der derzeit besten Gitarristen anerkannt; auch im sanfteren Gefüge ("Hangover Music Vol. VI") weiß man durchaus zu überzeugen.
Tolle Musik von begnadeten Instrumentalisten ist das eine, wenngleich ja dies schon als Qualitätskriterium gelten kann. Allerdings: neue Aspekte zu setzen und damit Hörgewohnheiten nicht zu verschrecken, doch zumindest zu fordern, zu überraschen, das andere.
Beides schafft dieses Werk.
Die Marschrichtung wird gleich von "Stoned And Drunk", einem ungeheuer launigen Hardrock-Blues-Song, vorgegeben: ungewohnt für BLS, klingt Wylde hier sehr stark nach Angus Young; die genialen Riffs lassen an "Let There Be Rock" denken, das Solo im Mittelteil an das "Highway To Hell"-Album. Wie gesagt, sehr überrschend - und sehr gut obendrein. Gleich ein Highlight. "Doomsday Jesus" ist gewohnt heftige Kost, "Stillborn" legendär: Im Duett mit Ozzy lässt Wylde lakonisch einen Hit aus dem Ärmel rutschen, der Freude macht! Aber auch ruhige Momente sind vorhanden: "Blackened Waters" und der Closer "Dead Meadow" gehen es ganz ruhig an, dafür aber umso intensiver. Insgesamt - abermals - überzeugende Kompositionen.
Was mir besonders auffällt, möchte ich nicht vorenthalten: ein besonderes Kompliment an die Produktion! Ich habe selten ein Album hören können, das ein derartiges aufnahme- und mixtechniscehs Niveau geboten hätte; glasklar abgestimmt, sind alle Spuren deutlich zu hören, gerade der Gitarrensound ist überragend. Für mich insoweit die bisherige Topleistung der Truppe.
Betrachtet man die Stimmungsseite, so ist das Album eher positiv - eine Ausnahme im BLS-Kosmos - gehalten.
Insgesamt daher gewohnt professionelle, teilweise überraschende, technisch jedenfalls überragende, kompositorisch solide Kost der harten Jungs. Volle Punkte.