Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hypnotisch und von karger Schönheit, 8. Oktober 2006
David Sylvian hatte schon immer ein Interesse an hypnotischer, ambienthafter Musik, wie seine Alben zusammen mit Ex-Can-Member Holger Czukay beweisen, doch mit diesem Werk dürfte er eine Menge seiner alten Fans verschreckt haben. Der Eröffnungstrack "Blemish" ist da vermutlich noch am verträglichsten. Sylvian singt über einem langsam vor sich hinmäandernden Klangteppich, der Delay-Effekt der Gitarre unterlegt das ganze mit einem wabernden Rhythmushintergrund, Samples und Synthieklangflächen werden minimalistisch darüber gelegt und in Schwingung gebracht. Eigentlich ein klassischer Ambience-Track, der etwas magisches an sich hat und der getragen wird von Sylvians eindrucksvoller Stimme. Der zweite Track "The Good Son" durchbricht diese Ruhe. Derek Bailey steigt ins musikalische Boot und spielt so, wie man ihn kennt, schroff und kompromißlos. Aber aus Sylvians Stimme und Baileys Gitarrenspiel entspinnt sich so etwas wie ein intensiver Dialog zweier hochindividualisierter Muskier. Beide kommunizieren miteinander, ohne daß sich einer dem anderen anbiedert. Jeder bringt seine Stimme klar zur Geltung. Es ist gerade das Schaffen von fast schwerelosen, magisch schwebenden Ambiencemomenten und deren Aufbrechen in der Kargheit und scheinbaren Rohheit der Bailey/Sylvian-Duos, dieses Abwechseln völlig unterschiedlicher Stimmungen, die diesem Album eine ungemeine Faszinationskraft verleihen.
Meine beiden Lieblingstracks auf diesem Album sind "The heart knows better", vielleicht das zugänglichste der Stücke, das fast so etwas wie eine klassische Songstruktur aufweist und vielleicht mit zum Schönsten gehört, was Sylvian je abgeliefert hat. Das Stück entwickelt sich wie ein Sog, in den man langsam hineingezogen wird, meditativ ohne kitschig oder esotherisch verbrämt zu sein. Sylvians Stimme entfaltet hier ihr ganzes Potential an Intensität, verleiht dem Stück Wärme. Der zweite Track ist "A fire in the forest", Sylvians Kooperation mit Christian Fennesz, die das Album zu einem sanften und lyrischen Abschluß bringt. Dieser Track ist für mich reine Schönheit.
"Blemish" ist ein Album, das Zeit braucht. Die tiefe Schönheit entfaltet sich erst im mehrfachen konzentrierten Hören. Gerade dem Gitarrenspiel Baileys ist nicht so leicht nahezukommen, wenn man noch nicht mit seinem Solowerk vertraut ist. Aber man höre sich "How little we need to be happy" an, wie Bailey darauf zwischen schroffem Anreißen der Saiten und schillernden Flageolet-Tönen wechselt, dann bekommt man vielleicht ein Gefühl dafür, daß Bailey hier nicht einfach drauflos spielt, sondern sehr konzentriert und kontrolliert eine sehr eigene Tonsprache spricht.
"Blemish" ist ein seltener Glücksfall von einem Album. Es hat nichts mit Verkopftheit zu tun. Die Schönheit wirkt auf sehr direkte, unmittelbare Weise. Man muß ihr nur die Chance dazu geben.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
ambient meets vocals, 2. Juli 2003
Unerhört-David schaffte es wiedermal (im Alleingang bei der Produktion) ein einmaliges Album zu konstruieren. Was Ende der Achtziger mit "Flux and Mutability" und "Approaching Silence" schön zu hören war, entwickelt er um vocals und Gitarre bereichert zu rythmuslosen und kompakten Songs. Ich mochte ihn bisher wegen seiner Art, Emotionen auf Klänge und v.a. Texte zu projezieren. Wer aber hier eine Fortsetzung von "Dead Bees On A Cake" erwartet, wird enttäuscht auf die Stop-Taste des CD-Players schlagen. Es war zu erwarten, dass er es schaffen würde, etwas nicht nur für ihn Neues zu wollen, und: Es ist tatsächlich unvergleichlich. Die Keyboards und Synthesizer bilden einen eigenständigen Teppich, den der wie ich finde bisher beste Gesang Davids sehr kontrastreich übermalt. Sein Gesangsstil ist wie bisher nicht jedermanns Sache, weil für das ungeübte Ohr zuweilen unharmonisch und unkoventionell. Wer sich (wie auch früher schon nötig) auf ihn einlässt, wirtd in einem Paralleluniversum landen, welches alles auf das Wesentliche reduziert. Auch Emotionen. Intelligent setzt er seine Gastmusiker dazu ein, weitere Farben in seiner Welt zu etablieren. Manchmal glaube ich, die auf diesem Album angetreten Gastmusiker und auch die auf früheren Alben (Herr Fripp übertreibt es aber auf "The First Day" ein wenig sehr) warteten ihr bisheriges Künstlerleben nur darauf, endlich mit (oder für?) David spielen zu dürfen. Grandiose Musik, ohne dass sie highlights wie z.B. "Boy With The Gun" böte. Aber gerade das macht sie aus. Sie ist einfach immer da und lässt auch beim 100. Mal hören nicht mehr los. Seid euch dessen bewusst - David macht süchtig! Seine Musik lehnt aber jeden ab, der Erwartungen an sie knüpft oder den, der nicht wirklich zuhört.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sparsam instrumentierte Songs mit Tiefgang., 24. Juni 2003
Der gewohnt intensive Gesang von David Sylvian ist diesmal unterlegt mit Gitarre und Keyboard - herausgekommen ist insgesamt eine eher ruhige, teilweise experimentelle CD, die sich (wie bei DS häufig der Fall) erst bei mehrmaligem Hören erschliesst. Eine Mischung toller, längerer Songs und interessanter, kürzerer Klang-Statements, leider in Summe mit 44 Minuten viel zu schnell zu Ende. Für Fans sowieso ein Muss, für Leute, die DS kennlernen wollen, sind meiner Meinung nach "Gone To Earth" oder "Everything Or Nothing" geeigneter.
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