Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Man kann Satsang nicht nur zeitweise haben. Sein ist - da ist nichts zu erreichen, zu "verwirklichen" oder zu verbessern. Diese Gemeinschaft mit dem Sein kann es eigentlich überhaupt nicht geben, denn dazu müsste erst jemand da sein, der außerhalb dieses Seins stünde und sich dann (wieder) mit ihm verbände. Das ist jedoch nicht der Fall. Wer könnte außerhalb des Seins sein?
Die Untersuchung und das Hinterfragen des Ich, von dem so selbstverständlich angenommen wird, dass es existiert, ist das Hauptanliegen dieses Buches. Denn die Vorstellung eines Ich ist die Grundlage aller Versuche, etwas zu verbessern, glücklich, gut, erleuchtet zu werden, Gemeinschaft mit dem Sein zu empfinden. Mit dem Verlöschen dieser Vorstellung verschwindet auch das Empfinden getrennt zu sein; getrennt von allem, was ist.
Klappentext
»Keine Erfahrung, kein Gefühl sagt uns: Das ist es! Name und Form sind nur Fallen. Verbinden wir es damit,so begrenzen wir es, leben im Vergangenen und haben -wieder etwas gefunden, hinter dem wir herjagen können.«
Ein Buch über das erleichternde Ende der Suche nach Glück, Freiheit, Frieden, Gott. Weniger ein Buch über Erwachen oder Erleuchtung, sondern eher eines über das Verlöschen der Vorstellung eines Ichs, das erwachen oder erleuchtet werden könnte.
»So bleibt uns nur zu erkennen, wie unser Verstand arbeitet und fast nebenbei zu bemerken, dass wir nicht -dieser Verstand sind [ ], dass wir nicht das sein können, wofür wir uns halten.«
Über den Autor
Auszug aus Bleib still. Ein Lehr- und Übungsbuch (Lernmaterialien) von Subhash. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Andererseits könnte ich Ihnen versprechen, dass Sie mehr bekommen werden, als Sie sich überhaupt wünschen könnten: völlige Erfüllung und ewiges Glück, Frieden ohne Kompromisse oder Langeweile, Erfolg auf allen (tatsächlich wichtigen) Linien. Dann müsste ich Ihnen aber auch sagen, dass Sie alles, was Sie derzeit zu besitzen glauben oder noch erhoffen, aufgeben müssen. Alles! Wenn nur das Geringste festgehalten wird, werden Sie betrogen und enttäuscht werden. Es handelt sich also nicht um ein bedenkenswertes Geschäft: Das Risiko ist viel zu hoch! Leidenschaft und Verrücktheit ist gefragt, nicht Nüchternheit und Gerissenheit; Hingabe und nicht Management!
Hinter mir liegt eine Expedition, die ich völlig unnötigerweise unternommen habe, aber das wusste ich vorher noch nicht. Falls mir das jemand gesagt hat, habe ich es nicht verstanden. Dabei ist alles so einfach! Zu einfach für viele von uns. Mit wenigen Worten wäre alles
gesagt, doch wer kann sie verstehen? So bleibt nur das Beispiel, das den Verirrungen des Geistes nicht ausweicht, sondern sie zurücksinken lässt in ihren Ursprung.
In diesem Buch geht es nicht um Lebenshilfe oder um Anleitung zum Erfolg. Es geht auch nicht um Zufriedenheit. (Ausgenommen Sie verstehen darunter vollkommene Erfüllung!) Ich halte das alles für belanglos. Nach ein paar Jahren ist ohnehin alles vorbei! Wie lange können Sie an Sex, Macht und Geld festhalten? Der Tod begleitet uns alle - glücklicherweise! Ohne ihn würden wir bis zur völligen Langeweile und Senilität mit unserem Alltag fortfahren. Glücklicherweise gibt es Leiden und Schmerzen, Angst und Vernichtung! Sie zeigen uns, dass etwas nicht stimmt, dass wir uns mit Kleinigkeiten zufrieden geben und das Beste versäumen.
Die ganze Welt beschäftigt sich mit unsinnigen Dingen. Ein Neuankömmling ist umgeben von Menschen, die panisch um ihr Vergnügen und Überleben kämpfen. Lässt er sich's einfach gut gehen, muss er wohl früher oder später einsehen, dass er nicht normal ist. Seine Mitmenschen werden selbstverständlich alles tun, um ihm ein schlechtes Gewissen zu verschaffen. Und nur die Stärksten verlieren in diesem Tollhaus nicht ihr Selbstvertrauen. Die anderen lassen sich ablenken und reihen sich ein in die Masse der Un-Toten und Un-Lebendigen. Angesichts dieser wahnwitzigen Umstände kann es nicht um Zufriedenheit gehen. Wegschauen und Schönfärben ist mir zuwenig. Dazu wird genug angeboten. (Bei Bedarf suchen Sie bitte in der Abteilung »Positiv Denken« Ihrer Buchhandlung.) Wenn Sie zufrieden sind und keine Lösung für die Geisteskrankheit ringsum haben, machen Sie sich etwas vor. Sie sollen nicht die Welt retten, aber wenn Ihre Strategie darin besteht, den Kopf in den Sand zu stecken oder ihn vor den Fernsehapparat zu halten, werden Sie mit Sicherheit große Probleme bekommen, sobald Ihnen die Luft wegbleibt oder die Stromversorgung zusammenbricht. Ich weiß nicht, wie viel Zeit noch bleibt. Aber selbst wenn diese sogenannte Zivilisation kein baldiges Ende hat - wie viel Zeit bleibt Ihnen?
Ich schreibe von Umkehr. Von völliger Umkehr nicht in Reue, sondern in Dankbarkeit. Nicht um ein besseres Leben zu erreichen, sondern um alle Vorstellungen von gut und schlecht fallen zu lassen. Um das ständige Ausweichen unseres Geistes in erinnertes Vergangenes und daraus abgeleitetes erhofftes oder befürchtetes Zukünftiges zu beenden. Die Hoffnungslosigkeit will ich preisen! Damit ist nicht die Vorstellung gemeint, dass alles hoffnungslos wäre, was ja nur eine negative Erwartungshaltung ist, sondern das Ende des Lebens in jedweder Vorstellung. Ich berichte vom Durchschauen der Gewohnheiten unseres Geistes, die uns nie Jetzt und Hier sein lassen. Die uns ständig ablenken von dem, was ist, und uns stattdessen Theoriegebäude und Geschichten über unser Leben anbieten, statt uns an der Quelle aller Phänomene ruhen zu lassen. Dabei ist weder der Geist das Problem, noch seine Ideen. Nur das Verfolgen dieser Ideen, das Aufgreifen von Gedanken lenkt uns immer wieder von dem ab, was in Wahrheit ist. Wir sind fortwährend mit einer (buchstäblich) vorgestellten Außenwelt beschäftigt und nehmen uns keine Zeit darauf zu schauen, wer das überhaupt ist, der beschäftigt ist. Wenn wir uns betrachten, dann immer nur als ein weiteres Objekt unserer Wahrnehmung. Fragen wir doch nach dem, der betrachtet! Wer oder was ist das Subjekt der Wahrnehmung? Das ist mit der klassischen Aufforderung »Erkenne dich selbst!« gemeint. Wir haben diesen Satz entschärft und missbraucht und zu einer psychologischen Analyse verniedlicht.