Aus der Amazon.de-Redaktion
Jimmy Eat World sind eine Fischfleisch-EmoCore-Indiepopband... oder der so etwas Ähnliches. Wenn die Messlatte bei Fugazi, At The Drive-In, Q And Not U und The (International) Noise Conspiracy liegt, schaffen JEW jedenfalls nicht die gleiche Höhe. Dabei können die Grünschnabel Jim Adkin, Tom Linton, Rick Burch und Zach Lind aus Mesa/Arizona richtig gut sein, würden sie weniger an ihren Songs feilen und sich die durcharrangierten Nummern für ein Alterswerk aufheben. Auf der Bühne haben sie ihre Qualitäten immer wieder bewiesen und in Teilen auch auf dem mit großer Verspätung bei uns offiziell veröffentlichten Album Clarity. Die besten Songs davon ergäben mit Bleed American ein unumstrittenes Werk, denn das US-Quartett versteht sich neben bestechend guten Melodien auf grandiose Gitarrenriffs und wunderschöne Gesangspassagen. Vielleicht hemmt die bürgerliche Vergangenheit die Highschool-Absolventen daran, sich richtig gehen zu lassen, anstatt sich für Exzesse immerfort schon im Voraus zu schämen. Wodka Pur anstatt Cola Light muss die Parole lauten. Dann ersparen Jimmy Eat World einem solch schwelgerische Nummern wie "Cautioners" oder "My Sundown". Dass sie nämlich richtig rocken können, zeigen sie mit Tracks wie "Bleed American" oder "A Praise Chorus". Mehr davon und alle Kritik wird überflüssig. --Sven Niechziol
INTRO
Anfang diesen Jahres war es soweit. Clarity erschien endlich auch als offizielle Veröffentlichung in Europa. Darauf hatte man fast anderthalb Jahre nach ihrem US-Start warten müssen. Jetzt kommt es natürlich heftig das (ja nur vermeintlich) schnelle Erscheinen der nächsten Jimmy-Platte Bleed American lässt die wilden Herzen der (ja nur vermeintlichen / siehe Emo-Artikel im letzten Intro) Emo-Gemeinde gar nicht erst zu Ruhe kommen. Nun, und was kann eigentlich folgen nach solch einem Album, das Maßstäbe gesetzt hatte? Erwartungen erweisen sich als falsch, Gedanken an schöne, ruhige Songs mit einer Überdosis Tiefgang - ein Irrtum. Das Baby rockt!, sind erst mal die einzigen Worte, die mir einfallen. Schon der Opener Bleed American, gefolgt von A Praise Chorus, verschlagen dem Gehirn die Sprache und wollen unmissverständlich klarmachen: Das sind nicht Jimmy Eat World, wie man sie kennt. Mehr Gitarren, mehr Tempo und mehr Euphorie. Erst Songs wie Sweetness oder Cautioners versichern sich der eigenen Vergangenheit, in der Songs wie 12.23.95 und For Me This Is Heaven kreisen. Wer jedoch frühzeitig auf die Idee kommen sollte, etwas zu vermissen, wird nicht einmal die Zeit finden, diesen Gedanken auszuformulieren. Selten hat mich die Vielfältigkeit einer Band so beeindruckt. Im gleichen Atemzug lässt es sich ebensowenig abstreiten, dass Jimmy Eat World durch diese Songs weiter sich überschlagende Bekanntheit erfahren werden - ganz egal, ob ich dies nun durch mein lachendes oder weinendes Auge betrachten werde. (Vermeintlicher) Emo ist eben immer noch Herzensangelegenheit.
Wiebke Schultz / Intro - Musik & so
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Produktbeschreibungen
JIMMY EAT WORLD Bleed American (WITHDRAWN 2001 US 11-track enhanced CD album. This particular edition was withdrawn after the September 11th tragedy and was subsequently distributed in America only as a self-titled album. Picture sleeve - stillsealed in original stickered shrinkwrap)