Blauköpp nannte man die Protestanten im Rheinland früher. Warum weiß man nicht so recht. Anlass für dieses Buch war eine Ausstellung in der vom preußischen König Friedrich-Wilhelm IV. gestifteten Festkirche der Kölner Protestanten, der Trinitatiskirche. Auf den 164 Seiten versuchen die Autoren in Bild und Text einen Überblick über eine kurze Geschichte zu geben. Schon während der Reformationszeit hat es den Versuch gegeben, die Stadt auf die Seite der Lutherbewegung zu ziehen. Das ist damals gründlich gescheitert und hat Einige das Leben gekostet. Erst die französische Besatzung zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat Reformierten und Lutheranern ermöglicht, sich zu Gottesdiensten öffentlich zu treffen. Erst damit beginnt die Geschichte einer Evangelischen Gemeinde in der rheinischen Metropole. Mit kurzen, gut lesbaren Texten gewährt das Büchlein eine Tour d'Horizon durch zwei Jahrhunderte: Dank an Napoleon, die ersten Mischehen zwischen Katholiken und Protestanten, Trinitatiskirche und Dom, Kulturkampf, Bildungsinitiativen, politisch und ökonomisch einflussreiche Persönlichkeiten, der Streit um den liberalen Theologen Carl Jatho, Frauen im Pfarramt, Deutsche Christen gegen Bekennende Kirche, Umgang mit der eigenen Nazi-Vergangenheit, Neuanfang nach 1945, Kirchentag in Köln, politische Theologie und Sechziger Jahre, Verantwortung für die sog. Dritte Welt, Kirchenasyl, die PR-Kampagne "Misch Dich ein". Das Buch endet 2002. Mit 25 kurzen Kapiteln präsentiert es kritisch und interessant eine Auswahl aus 200 Jahren evangelischer Gemeinden in Köln.