Vince Mendoza ist ein begnadeter Komponist und Arrangeur. Sein großes Vorbild ist Gil Evans, den neben Duke Ellington vielleicht begnadetsten Jazz-Arrangeur und der rechten Hand von Miles Davis (Sketches of Spain), in dessen Tradition er sich sehr bewusst stellt und dem er mittlerweile sehr sehr nahe kommt.
Den großen Durchbruch hatte Mendoza mit dem Crossover-Album "Jazzpana", einem Mix aus spanischen Flamenco-Elementen und großem Jazz-Orchester.
Mendoza arbeitet bevorzugt und seit Jahren mit den WDR-Klangkörpern zusammen und nimmt seine Alben auch in den WDR-Studios mit WDR-Tontechnikern auf (gottseidank! Der Sound von Blauklang bekam jüngst vom Hi-Fi-Magazin Aduio 5 von 5 möglichen Sternen!).
Das neue Album Blauklang lehnt sich an die ganz großen Alben des Jazz an. Die Berliner Jazzfestspiele, auf denen Mendoza im vergangenen Jahr Blauklang aufführte, schrieben dazu:
"Blau ist nicht nur eine Farbe, Blau ist auch ein Klang. Begriffe wie Blues und Blue Notes stehen für jene einmalige Melancholie in der Musik, die untrennbar mit der Weite assoziierenden Sehnsucht der Farbe Blau verbunden sind. Nicht umsonst gehören John Coltranes Blue Train und Miles Davis Kind of Blue zu den unerreichten Meisterwerken unter den Jazzplatten."
Blauklang enthält - mit 2 Ausnahmen, die sich allerdings gewaschen haben - nur Eigenkompositionen von Mendoza. Die Ausnahmen sind allerdings klare Referenzen an seine großen Vorbilder: All Blues (Miles Davis) und Blues For Pablo (Gil Evans).
Das Album steht klar in der klassischen Tradition von Alben wie Sketches Of Spain und Quiet Nights. Die Musiker, die mitspielen sind allesamt schlicht brilliant und die Kompositionen könnten in der Tat durchgängig von Evans/Davis stammen.
Ich bin schlicht begeistert und empfehle die CD uneingeschränkt - speziell jedem Miles Davis-Fan
4 von 5 Sternen (den letzten Stern hebe ich mir mal auf, weil es eben "nur" ein Meisterwerk, aber kein Meilenstein ist)