17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familie und Religion, 6. April 2007
Ein wunderschönes, aber auch bedrückendes Buch. Das Porträt einer wohlhabenden nigerianischen Familie, die unter der Herrschaft eines brutalen, scheinheiligen Vaters erstarrt ist. Der Vater, ein zerissener Mann, der sich sowohl die Anerkennung seines Heimatdorfes, als auch der christlichen Gemeinde mit Geld erkauft und sogar die Bewunderung der nigerianischen Opposition hat, da er die letzte Zeitung herausgibt, die nach dem Putsch noch offen spricht.
Wie lebt es sich mit einem Vater, der sich nicht scheut, seiner Tochter kochenes Wasser über die Füsse zu schütten, aber gleichzeitig in jeder Messe als Vorbild für alle Christen erwähnt wird?
Das Buch ist nicht so belastend, wie es sich nun anhört, denn erzählt wird der Befreiungsprozess der beiden Kinder, aus der Sicht der Tochter, die sich bisher bedingungslos untergeordnet hatte.
Alles beginnt mit einem Besuch bei der armen Tante und ihren Kindern. Und hier beginnt auch für den Leser eine Reise in den Alltag Nigerias, die aus der Familiengeschichte, wie sicher jedes Land und jede Religion sie zu bieten hätte, eine bezaubernde spannende Reise macht, die so manche Vorstellung, die ich von Nigeria hatte, widerlegt.
Einfach und schön geschrieben. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, auch wenn man kein besonderes Interesse an Afrika hat, ist es als Familienporträt sehr eindrucksvoll.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familienporträt und Pubertätsdrama vor dem Hintergrund einer politischen Krise, 2. Mai 2007
Meine literarische Entdeckung dieses Jahr!
Dem schmalzigen Titel zum Trotz ein klischeefreies, genau beobachtetes Porträt einer neurotischen Familie und vor allem das einer Vaterfigur, bei deren Schilderung der Leser zwischen Bewunderung, Mitleid und Grauen alles Denkbare empfindet. Erstaunlich distanziert geschrieben von einer kaum 20-jährigen Nigerianerin und für ein Erstlingswerk erstaunlich reif. Kein Wunder, dass sie als eine der großen Hoffnungen in der englischsprachigen Literatur gehandelt wird.
Inzwischen gibt es einen neuen Roman von Chimamanda Ngozi Adichie, "Die Hälfte der Sonne", der schon auf meiner Merkliste steht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gut, 16. März 2007
Die 15jährige Kambili wächst im gutbetuchten nigerianischen Elternhaus auf, es fehlt an nichts, außer an Wärme. Der Vater setzt seine Ansichten, wie ein guter Katholik zu leben hat mit grausamer Gewalt durch. Die Familie lebt in ständiger Angst vor Sünde und Verfehlung was hart bestraft wird. Dadurch herrscht eine gelähmte angstvolle familiäre Situation, frei gelacht wird nie. Bis Kambili und ihr Bruder Ferien bei der Tante machen und dort zum ersten Mal im Leben erfahren, wie man gläubig und trotzdem frei und fröhlich leben kann. Das verändert ihr Leben bis zum völligen Zusammenbruch der Familie, was gleichzeitig auch Hoffnung auf Zukunft birgt. Ein schön geschriebenes Buch, gleich ein echtes Schmankerl zum Jahresbeginn.
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