Ein wunderschönes, aber auch bedrückendes Buch. Das Porträt einer wohlhabenden nigerianischen Familie, die unter der Herrschaft eines brutalen, scheinheiligen Vaters erstarrt ist. Der Vater, ein zerissener Mann, der sich sowohl die Anerkennung seines Heimatdorfes, als auch der christlichen Gemeinde mit Geld erkauft und sogar die Bewunderung der nigerianischen Opposition hat, da er die letzte Zeitung herausgibt, die nach dem Putsch noch offen spricht.
Wie lebt es sich mit einem Vater, der sich nicht scheut, seiner Tochter kochenes Wasser über die Füsse zu schütten, aber gleichzeitig in jeder Messe als Vorbild für alle Christen erwähnt wird?
Das Buch ist nicht so belastend, wie es sich nun anhört, denn erzählt wird der Befreiungsprozess der beiden Kinder, aus der Sicht der Tochter, die sich bisher bedingungslos untergeordnet hatte.
Alles beginnt mit einem Besuch bei der armen Tante und ihren Kindern. Und hier beginnt auch für den Leser eine Reise in den Alltag Nigerias, die aus der Familiengeschichte, wie sicher jedes Land und jede Religion sie zu bieten hätte, eine bezaubernde spannende Reise macht, die so manche Vorstellung, die ich von Nigeria hatte, widerlegt.
Einfach und schön geschrieben. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, auch wenn man kein besonderes Interesse an Afrika hat, ist es als Familienporträt sehr eindrucksvoll.