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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
eine fesselnde Geschichte aus einem fremden Land, 24. Oktober 2005
Dies ist die Geschichte von Kambili aus Nigeria. Ihr reicher Vater, der in der Gemeinde eine wichtige Rolle spielt, ist ein fanatischer Katholik, der seine Familie bei den kleinsten vermeindlichen Verstößen gegen seine Gebote auf sadistische Art und Weise mißhandelt - er schlägt regelmäßig seine Frau zusammen, und auch die Kinder werden nicht verschont. Diese Mißhandlungen nehmen im Verlauf der Geschichte, parallel zu der sich verschlechternden politischen Situation und den zarten Emanzipationsversuchen der Kinder, immer krassere Züge an.Der Besuch bei ihrer Tante, die mit ihren Kindern in wesentlich ärmeren Verhältnissen lebt, ist für Kambili wie ein Besuch einer fremden Kultur, so ungewohnt erscheinen ihr der fröhliche und offene Umgang, der in der Familie gepflegt wird. Erst langsam merkt sie, dass dies alles eigentlich normal ist. Prompt verliebt sie sich in den ersten jungen Mann, der ihr begegnet - unglücklicherweise ein katholischer Priester ... Wie es weitergeht, möchte ich hier nicht berichten, aber Kambili und ihrer Familie gelingt es, sich vom Joch ihres übermächtigen Vaters zu befreien - allerdings zu einem Preis. Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und muß (zu meiner Schande) gestehen, dass ich leicht erstaunt war zu lesen, daß man in Nigeria trotz all der Probleme doch ganz normal lebt und daß es dort durchaus eine bürgerliche Mittelschicht gibt - bisher hatte ich aufgrund der wenigen Informationen immer nur den Eindruck, daß in Nigeria das Chaos regiert. Dieses Lernen über ein fremdes Land macht einen Teil der Faszination aus. Aber auch die Geschichte von Kambili, die sich von einem stummen gehorsamen Mäuschen in eine selbstbewußte junge Frau entwickelt, ist fesselnd.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familie und Religion, 6. April 2007
Ein wunderschönes, aber auch bedrückendes Buch. Das Porträt einer wohlhabenden nigerianischen Familie, die unter der Herrschaft eines brutalen, scheinheiligen Vaters erstarrt ist. Der Vater, ein zerissener Mann, der sich sowohl die Anerkennung seines Heimatdorfes, als auch der christlichen Gemeinde mit Geld erkauft und sogar die Bewunderung der nigerianischen Opposition hat, da er die letzte Zeitung herausgibt, die nach dem Putsch noch offen spricht.
Wie lebt es sich mit einem Vater, der sich nicht scheut, seiner Tochter kochenes Wasser über die Füsse zu schütten, aber gleichzeitig in jeder Messe als Vorbild für alle Christen erwähnt wird?
Das Buch ist nicht so belastend, wie es sich nun anhört, denn erzählt wird der Befreiungsprozess der beiden Kinder, aus der Sicht der Tochter, die sich bisher bedingungslos untergeordnet hatte.
Alles beginnt mit einem Besuch bei der armen Tante und ihren Kindern. Und hier beginnt auch für den Leser eine Reise in den Alltag Nigerias, die aus der Familiengeschichte, wie sicher jedes Land und jede Religion sie zu bieten hätte, eine bezaubernde spannende Reise macht, die so manche Vorstellung, die ich von Nigeria hatte, widerlegt.
Einfach und schön geschrieben. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, auch wenn man kein besonderes Interesse an Afrika hat, ist es als Familienporträt sehr eindrucksvoll.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familienporträt und Pubertätsdrama vor dem Hintergrund einer politischen Krise, 2. Mai 2007
Meine literarische Entdeckung dieses Jahr!
Dem schmalzigen Titel zum Trotz ein klischeefreies, genau beobachtetes Porträt einer neurotischen Familie und vor allem das einer Vaterfigur, bei deren Schilderung der Leser zwischen Bewunderung, Mitleid und Grauen alles Denkbare empfindet. Erstaunlich distanziert geschrieben von einer kaum 20-jährigen Nigerianerin und für ein Erstlingswerk erstaunlich reif. Kein Wunder, dass sie als eine der großen Hoffnungen in der englischsprachigen Literatur gehandelt wird.
Inzwischen gibt es einen neuen Roman von Chimamanda Ngozi Adichie, "Die Hälfte der Sonne", der schon auf meiner Merkliste steht.
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