Da setzt sich so ein Mensch hin, der zuvor mit besonders bösartig-intelligenten Comics bekannt wurde, und schreibt einfach ein Buch. Ein sehr dickes Buch, ein wunderbares Buch, bei dem man nicht sicher ist, ob Kinder das größere Vergnügen daran haben, oder die Erwachsenen, die gar nicht anders können als wieder Kind zu werden über dieser Erzählung. „Die 13 Leben des Käpt'n Blaubär" ist eine so heitere und schwungvolle Geschichte, daß man lacht und immer wieder lacht und erst nach dem Lesen merkt, daß die Haut über dem Hinterkopf spannt. Leichte Kost? Auch, aber sie regt an, zum Denken, zum Nachdenken, ja zum Philosophieren. Eine umwerfende tolkiensch-endesche Münchhauseniade hat Moers da geschrieben, ohne Anleihen an diese, schon gar nicht sprachlich. Das muß er nicht, er selbst ist wortstark und witzig, und seine Phantasie ist Quelle genug, mehr als das. Und schwupps - landet das Buch in der Bestsellerliste. Ausnahmsweise wirklich einmal verdient.