Aus der Amazon.de-Redaktion
Waren die vorausgegangenen Ausgaben von
Blame! alles andere als verdauliche Kost, so wird der Leser in der sechsten Episode einmal mehr auf die Zerreißprobe gestellt, denn die zu Beginn noch ansatzweise existierende Handlung weicht mehr einer immer surrealer werdenden Flut an Bildern, die kaum in Worte zu fassen ist.
Die Toha-Schwerindustrie, in der Killy gesunde Netzwerkgene vermutet und im fünften Band gefunden hat, wird in der sechsten Ausgabe der Serie in eine neue Ebene außerhalb der "Stadt" transferiert und dabei zerstört. Der Transfer sowie die Zerstörung (und die damit verbundenen Schicksale innerhalb der Stadt) stellen den groben, roten Faden der Geschichte dar, die sich speziell in diesem Band oft nur schwer nachvollziehen lässt und nur noch fragmentartig vorhanden ist, was aber vermutlich die Faszination der Reihe ausmacht. Blame! 6 lebt wie auch schon in den Vorgängeralben von seinen Bildern, deren stilistische Grenzen nunmehr aufgehoben sind.
Autor und Zeichner Tsutomu Nihei lässt in Blame! 6 seiner Fantasie mehr als zuvor freien Lauf, verliert sich dabei aber zu oft in endlosen Zerstörungsorgien auf Kosten des eigentlichen Plots, und bremst so unnötig das Tempo der Geschichte. Nichtsdestotrotz genießt Blame! aufgrund der verstörenden Bilder sowie des unkonventionellen Zeichenstils einen gewissen Ausnahmestatus, der auch nach sechs Bänden Lust auf mehr macht. --Daniel Hofmann
Kurzbeschreibung
Man begleitet den schweigsamen Helden Killy auf seiner Suche nach gesunden Genen, auf seinem Weg durch eine öde Welt, sieht, was er sieht. Konversation wird wenn überhaupt mittels faszinierender Waffen geführt. Alles wirkt zunächst zufällig, unmotiviert und verwirrend. Die Story entwickelt sich erst Schritt für Schritt.