Das ist wieder mal so ein Buch, das im Bücherregal keinerlei Staub ansetzt. Philip K. Dicks -Blade Runner- ist ein Klassiker des Genres. Bei uns vielmehr dadurch bekannt, dass Ridley Scott den Stoff 1982 mit Harrison Ford in der Hauptrolle verfilmte. Falls sie den Film gesehen haben, lohnt es sich trotzdem das Buch, aus dem Jahr 1968, zu lesen, denn: Es gibt gewaltige Unterschiede. Scott hat sich das Gerüst aus Dicks Roman geschnappt, mehr nicht. Er ließ ganze Handlungsstränge weg und veränderte einiges. Dabei blieb die Grundaussage von Dicks Stoff stehen, aber die Details reduzierten sich gewaltig. Dick, der 1982 starb, war ein Visionär und Vielschreiber. Über 100 Shortstories und 30 Romane ließ er zurück. -Blade Runner- ist das literarische "Sahnestück" seines Nachlasses.
Im Jahr 1992 ist die Erde nach einem Atomkrieg kaum noch bewohnbar. Ein Teil der Menschheit wandert zum Mars aus. Zum Schutz werden den Auswanderern Androiden zur Seite gestellt. Sie dürfen die Erde nicht wieder betreten. Für diejenigen Androiden, die das doch tun, werden spezielle Kopfgeldjäger ausgebildet, die Jagd auf die Androiden machen. Rick Deckard ist einer von ihnen. Deckard erfüllt seinen Job ohne wenn und aber. Als er jedoch eine Affäre mit der Androidin Rachel Rosen beginnt, ändert sich seine Weltsicht. Deckard weiß nicht, wie er seinen Job noch ausführen soll. Und das in einer Situation, in der er sechs gefährliche Androiden zur Strecke bringen muss. So wird Deckard hin und her gerissen und landet zum Schluss doch zwischen den Fronten. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt...
-Blade Runner- ist eine der besten Endzeitstories, die je den Kopf eines Schriftstellers verlassen hat. Sie steht mit Romanen wie -I am Legend- oder -New York 1999- auf einer Stufe. Dicks Schreibstil ist kurz, knapp, unterhaltsam und genau. Das sorgt dafür, dass die Art und Weise, in der uns die Story präsentiert wird, absolut zeitlos rüberkommt. Dabei haben sich Dicks Stoffe, im Nachhinein, als gut verfilmbar erwiesen. Auch -Minority Report- und -Tota Recall- basieren auf Geschichten des Amerikaners.
Wer sich für Science Fiction interessiert, auf eine gute Schreibe steht und präzise Charaktere mag, der kann mit -Blade Runner- nichts verkehrt machen. Zudem ist Dicks Roman ein Buch, das in keiner gut sortierten Buchsammlung fehlen darf.