Natürlich ist es nicht Philip K. Dick der hier schreibt. Das ist zum einen sicherlich schade, auf der anderen Seite aber schafft es Jeter die schon vor langer Zeit von Dick erschaffene Welt der nicht allzu fernen Zukunft mit ihren Replikanten, den Gen-Manipulatoren und Mega-Städten geschickt aufzugreifen und die Geschichte des Blade Runners Deckard weiter zu erzählen. Hier kommt vielleicht ein wenig Kritik ins Spiel, denn das Buch orientiert sich mehr an der Film-Version des Blade Runner als an Dicks Kurzgeschichte „Do Androids dream of Electric Sheep?". Da aber Film wie auch Kurzgeschichte jeweils für sich genial sind und Jeters Titel sich auch mehr auf den damaligen Filmroman bezieht, als auf Dicks Geschichte, ist das ein Punkt den man verschmerzen kann. Es gibt ein Wiedersehen mit dem guten alten Deckard natürlich, mit Rachel und ... Überraschung ... auch mit Roy Batty, dem Anführer der Replikanten-Riege aus dem ersten Teil. Dabei ist die Geschichte wieder düster und schwarz und voller spannender Wendungen. Jeter ist ein Meister seines Faches und es regt sich in einem die stille Hoffnung, die Schauspieler mögen nicht zu schnell altern oder ein Produzent möge möglichst schnell zu dem Entschluß gelangen, dieses Buch bald zu verfilmen. Das Potential für einen guten Film findet man allemal auf den gut 250 Seiten. Aber auch zum Lesen ist der Stoff prima geeignet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)