Der Autor ist ein Gegner jeder Art von Söldnerheeren, von 'militärischen Sonderkräften' oder 'Privatarmeen' - wie immer man Leute nennt, die für ihren Einsatz mit der Waffe bezahlt werden. Die bekannteste und größte Privatarmee wird von der Firma Blackwater ausgebildet und bezahlt. Es gibt aber noch etliche andere Söldnerfirmen wie Fluor, DynCorp, Bechtel, Halliburton, Instinctive Shooting International, Sandline oder Titan Corporation. Von diesen Firmen erfährt man auch ein wenig, aber auf Blackwater hat sich Autor Scahill geradezu eingeschossen.
Scahill erzählt von den Gründern von Blackwater, von seinen Lobbyisten - und vom konservativen, von großer Religiosität geprägten Hintergrund. Was aber so böse an Blackwater sein soll, das wird nie recht klar. Natürlich ist es gefährlich, wenn eine private Militärfirma über dem Gesetz steht und für Vergehen nicht verurteilt werden kann. Aber genau daran möchte Blackwater doch etwas ändern, weil es für das Image besser ist und für weitere Aufträge!
Scahill bemüht sich um ein möglichst düsteres Bild von Blackwater, mehr als schmutzig-weiß wird es aber nicht. Die Söldner wissen, worauf sie sich einlassen, wenn Sie (bewaffnet) in den Irak gehen oder nach Afghanistan und dort verletzt, verstümmelt oder getötet werden. Besser, es trifft diese Leute, die bewusst eine Gefahr eingehen, als solche, die man zwingt, wie das 'normale' US-Heer.
Wer hat in New Orleans nach dem Hurrican angepackt und geholfen, als die offiziellen Hilfskräfte sich bestenfalls erst zu sammeln begannen? Es war Blackwater! Weil das nicht in das finstere Bild passt, muss ein seltsamer Schusswechsel herhalten und der Vorwurf, die Firma hätte an dem Einsatz letzten Endes Millionen Dollar verdient.
Es ist ein schmutziges Geschäft und es gibt bestimmt Gefahren, wenn man Söldnerheere einsetzt. Aber wo genau liegt die Gefahr? Man erfährt in diesem Buch (auch) nichts über die Ausrüstung der Söldner, über deren Motive oder den Alltag. Nicht einen einzigen Söldner hat Scahill befragt. Was Scahill schreibt, kann man im Internet selber nachlesen.
Der nächste Mangel aber ist, dass Scahill kein einziges Foto in seinem Buch verwendet. Selbst nichtssagende Bilder wären besser gewesen, als ein Sachbuch ohne jedes Bild. Was bleibt, ist ein zwar interessantes Buch, meist spannend, mit umfangreichem Anhang und gutem Register - aber stark einseitig, daher mit Lücken, und ohne Fotos.