Da Hitchcock von vielen Musikkritikern so geschätzt wird, lässt man sich dann auch mal auf ihn ein und man bereut es keinen Deut.
Auf seinem Solo Debut Album von 1981 trifft man auf einen aussergewöhnlich begabten und vielseitigen songwriter der vor allem eines klarstellt: er lässt sich nicht schubladisieren.
Der Pop des openers ,The Man Who Invented Himself' könnte einen leicht auf's Glatteis führen, doch schon mit ,Brenda's Iron Sledge' geht's ab in Richtung Post-Punk. ,Do Policemen Sing?' wiederum ist sperriger und abgedrehter, aber trotzdem eingängiger New Wave, den man melodisch am ehesten mit XTC in Verbindung bringen könnte; und jedes Mal wenn man glaubt man hat ihn, entwischt er einem beim nächsten song wieder in eine andere Richtung. ,The Lizard' bspw. klingt fast wie ein von Bowie produzierter Iggy Pop track. Punkmäßig aber melodisch wütet er dann mit ,Meat' und dieser track würde auch - freilich mit exaltierteren vocals - zu den frühen ,Jam' passen. Im new wave Disco-Gewand wird er auf ,Acid Bird' dann sogar tanzbar.
David Bowie meets Punk (ja genau, Tin Machine etwa) fällt einem dann zu ,I Watch The Cars' ein. Ungewöhnlich düster klingt er da - auch stimmlich. ,Out Of The Picture' ist dann wiederum 60ies Pop-Rock im Velvet Underground Stil. ,City Of Shame' erinnert an den frühen Prä-Ziggy Bowie und das zähe ,Love' wirkt zum Schluss fast ein wenig resignierend und ist kompositorisch noch der schwächste song dieses ansonsten durchwegs guten Albums.
Während sich damals contemporaries wie Elvis Costello, Joe Jackson oder auch Sting mit Police als Punks tarnten um möglichst rasch Erfolg zu haben, war Hitchcock schon auf seinem Debut-Album so etwas wie ein Stilverweigerer, aber nur deswegen weil er seinen songs einfach immer das passende Gewand geben wollte, denn das hört man auf dieser Scheibe schon - die songs, die Kompositionen waren ihm immer das Wichtigste.