... DENN: Beim ersten Hören erscheint Britneys Comebackversuch leider kühl, überproduziert, seelenlos. Man findet an "Blackout" zwar nicht so recht etwas auszusetzen, tut sich jedoch zunächst einmal schwer mit diesem extremen Wandel zum elektronisch kühlen Mode-Sound. Aufgrund dessen habe ich mir das Album nach dem ersten Hören zunächst einmal nicht kaufen wollen.
So viel sei aber verraten: Dies hier ist eben nicht so sehr Mainstream wie die Marke "Britney Spears" es für manchen vermuten lässt. Vielmehr ist mit "Blackout" ein Album gelungen auf welches man sich erst (vorurteilsfrei) einlassen muss. Bei mir geschah dies, als ich die CD überraschend geschenkt bekam. - Man muss Britney nicht lieben um an Songs wie "Ooh ooh Baby" (einem originell eingängigen Gute-Laune-Hit) kaum vorbei kommen zu können... Ebenso sind "Radar", "Hot as ice" und natürlich die aktuelle Single "Break the ice" zwar von deutlich kälterer, technisierterer Stimmung getragen als man es aus alten Max Martin-Schweden-Pop Zeiten gewöhnt war. Doch eigentlich wirkt sich gerade dies äußerst positiv auf das Album aus: So benötigt man zwar deutlich länger um einen Zugang zu den Songs zu finden, dafür wirken sie dann aber umso länger. Die typisch nervige Aufdringlichkeit, die manch eingängiger Radio-Pop allzu schnell entfaltet, taucht bei "Blackout" nicht auf. So ist Miss Spears (oder ihren Produzenten...) ein überraschend haltbares Album gelungen, - sogar eines der wenigen die man tatsächlich auch noch beim 20ten Mal in einem Stück durchhören kann, während man immer noch etwas neues daran entdeckt.
Ab davon: Gäbe es nicht so viele Menschen die ihren Musikgeschmack ausschließlich nach einer populären Massenmeinung richten und somit die Songs von Britney allein aus Image-Gründen ablehnen, hätten eindeutige Hits wie "Gimme more" ganz sicher das Zeug zum Dacefloor-Kracher des letzten Jahres gehabt.