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Insider schätzen die Dropkick Murphys schon seit Mitte der Neunziger als bodenständige Feelgood-Kapelle, die zum Fröhlichsein keine schmalzigen, lauwarmen Schunkellieder braucht, sondern lieber mit Schmackes drauflos rockt. Wie alle übrigen Dropkick-Alben enthält auch Blackout erdige, in der ebenso exotischen wie faszinierenden Grauzone zwischen Working-Class-Punkrock und irischer Folklore angesiedelte Hymnen. Schon nach dem ersten Durchlauf kann man Ohrwürmer wie "Worker's Song" problemlos mitpfeifen und legt eine heiße Sohle aufs Parkett, sobald das Septett aus Boston sein Rock-Instrumentarium um Akkordeon, Mandoline oder Dudelsack erweitert.
Nie hat irische Folklore so hart geklungen, ohne dabei etwas von ihrem einzigartigen Charme zu verlieren. Wie überzeugend die Murphys klingen, beweist die Tatsache, dass die Tochter von Arbeiterklassen-Legende Woody Guthrie ihnen für "Gonna Be A Blackout Tonight" einen unveröffentlichten Text ihres verstorbenen Vaters überließ. Diese Band hat deutlich mehr zu bieten als Trinklieder und irisches Notalgie-Gefiedel! --Michael Rensen
Mit anderen Worten es ist vielleicht nicht das beste Album, dass die Jungs aus Boston abgeliefert haben, aber es ist auch nicht weit davon entfernt. Hier und da fehlt einfach der Druck alter Tage und das eine oder andere Mal wünscht man sich ein paar mehr Tritte in den Allerwertesten. Dafür gibt's aber auf der anderen Seite inzwischen komplett integrierte Folkelemente in den Songs, die die Tracks damit inzwischen irgendwie komplett erscheinen lassen. Wo auf den letzten Alben Dudelsack oder Mandoline eher als Intro oder für Zwischenparts genutzt wurden, gehören sie jetzt genauso zu den Songs wie die Gitarren oder Al Barrs Gesang. Insbesondere das geniale "As One" dient hier als perfektes Beispiel.
Würde nicht ein kleiner "Mainstream-Makel" auf dem Album liegen, wären Songs wie "Walk Away", "Worker's Song" oder das durchaus kickende "Gonna Be A Blackout Tonight" nur allzu genial.
Abgerundet wird das ganze mit einer neuen Version des bereits bekannten "The Dirty Glass", einer verdammt starken rotzig-schleppenden Cover-Version des irischen Klassikers "The Fields Of Athenry", das der eine oder andere vielleicht schon als ebenfalls sehr geile und ganz gegensätzliche High-Speed-Version von No Use For A Name kennen dürfte, sowie das in die fast schon traditionelle "Far Away Coast"-Bresche springende "World Full Of Hate".
Ich finds'gut; auch wenn es letztlich nicht der totale Überhammer ist.
Cheers...
Xta
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