Als reinem Thriller würde ich Black Mail von Greg Iles nur 3 Sterne geben - da gibt es spannendere Bücher mit einem weniger vorhersehbaren Ende, auch von gleichen Autor: In @E.R.O.S. hab er den Spannungsbogen deutlich höher angesetzt. Was das Buch dennoch über den Durchschnitt heraus wachsen lässt, das ist der gute Erzählstil, der das Leben in Amerikas Süden vor den Augen des Lesers lebendig werden lässt.
Ein Anwalt übernimmt die Verteidigung seines Freundes aus Kindheitstagen, dem jetzt, mit vierzig Jahren, der Mord an seiner siebzehnjährigen Geliebten vorgeworfen wird. Doch nichts ist, wie es scheint: Die jugendliche Geliebte ist nicht so rein, wie es den Anschein hatte, die Ehefrau des Freundes ist nicht nur elegante Gattin, sondern dazu noch drogenabhängig und auch in Natchez gibt es ein organisiertes Verbrechen, mit dem einige in Berührung stehen, bei denen man es nicht vermutete...
Besonders positiv: Keiner der handelnden Personen wird eindimensional dargestellt, alle haben ihre dunklen Seiten und Geheimnisse.
Unterm Strich sind Black Mail 640 Seiten, die man gerne liest - trotz der eingangs erwähnten Kritik: 4 starke Sterne!