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Blacklist: Thriller - [Taschenbuch]

Sara Paretsky , Sibylle Schmidt
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442461987
  • ISBN-13: 978-3442461981
  • Originaltitel: Blacklist
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 287.402 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sara Paretsky
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In ihrem elften Fall wird die Privatdetektivin Vic Warshawski von ihrem besten Klienten gebeten, für seine alte Mutter in dem wohlhabenden Städtchen New Solway tätig zu werden. Dort, in der Nähe von Chicago, soll Vic ein altes verlassenes Herrenhaus unter Beobachtung nehmen. Denn die 91-jährige Geraldine Graham schwört Stein und Bein, dass dort nachts ungebetene Gäste ihr Unwesen treiben. Was zunächst recht harmlos aussieht, wird schon in der ersten Nacht zum bitteren Ernst: Vic trifft nicht nur auf einen geheimnisvollen Eindringling, sondern stößt -- eher zufällig -- auf die Leiche eines Mannes, die im Zierteich des Anwesens versenkt wurde.

Als sich der Tote als junger, eifriger Enthüllungsjournalist schwarzer Hautfarbe erweist, schwant Vic, dass hinter der Geschichte in Larchmont Hall mehr steckt als nur ein nächtlicher Streich mit bösen Folgen. Bei den Reichen und Mächtigen der Stadt stoßen ihre Ermittlungen allerdings auf wenig Gegenliebe. Auch die örtlichen Polizeibehörden, die zur selben Zeit fieberhaft nach einem 15-jährigen mutmaßlichen al-Quaida-Terroristen suchen, reagieren nervös und ungehalten auf ihre Recherchen...

Wie in den meisten Romanen um ihre Privatdetektivin Vic Warshawski greift Paretsky ein brandheißes, aktuelles Thema auf. Und wie in den geschliffenen Dialogen ihrer Heldin nimmt auch Paretsky erzählerisch kein Blatt vor den Mund: Blacklist ist nur oberflächlich ein Detektivroman. Es geht darin, wie der Titel schon andeutet, um weit mehr als eine dunkle Familiengeschichte aus der Welt der US-amerikanischen Oberschicht. In den USA hat sich bekanntlich eine Terrorismus-Hysterie breitgemacht, die vielleicht nur noch mit den Auswüchsen der McCarthy-Zeit zu vergleichen ist. Paretsky beschreibt präzise die Wirkungen des so genannten Patriot Act, einer Gesetzgebung, mit der die amerikanischen Bürgerrechte erheblich eingeschränkt werden. Paretskys altbewährte Heldin Vic Warshawski bekommt während den Ermittlungen nicht nur einmal die Keule dieser Anti-Terror-Gesetze zu spüren.

Sara Paretskys Roman in bester Hammett-Tradition ist äußerst mutig. Mit ihrem schonungslosen Realismus und ihrer spannenden Handlung verpackt sie eine deutliche Botschaft: Bushs konservative Regierung fährt einen bedenklichen politischen Kurs, bei dem um den Bestand der demokratischen Rechte im Land zu fürchten sei. Inwieweit das genau zutrifft, ist schwer zu beurteilen. Aber wie schnell eine solche Politik tatsächlich in Unrecht umschlagen kann, zeigt Paretsky mit den Mitteln des Kriminalromans sehr eindrucksvoll. --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

„V.I. Warshawski ist die einzige Privatdetektivin von Weltformat!“ (Donna Leon )

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Saras Paretsky elfter Krimi ist die Fortsetzung der bunten Karriere der Privatdetektivin V.I. Warshawski. Ihre Ermittlungen führen sie dieses Mal in die reichen Vororte Chicagos. Hinter den Fassaden der gehobenen Gesellschaft entdeckt sie viele kleine und große Geheimnisse, die gerne unter dem Deckmäntelchen der Vornehmheit geblieben wären.
Die Autorin setzt sich mit dem Verfolgungswahn der Amerikaner nach dem 11.9. auseinander und führt uns die Unreflektiertheit der amerikanischen Gesellschaft vor Augen. Auch Parallelen zu der Kommunistenverfolgung und den Berufsverboten in den 50er Jahre scheinen auf.
Der Roman ist unglaublich spannend und beschreibt in vielen Details, die manchmal auch mühsame Puzzle-Arbeit der Heldin auf. Der Roman gibt uns einen Einblick in die Zeit der McCarthy Ära, und zeigt uns, wozu auch heute eine Regierung fähig ist, wenn man sie lässt.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Geraldine Graham, die Mutter von Darraugh Graham (einem langjährigen Klienten), lebt in einer vornehmen Wohnanlage für Ältere im noblen Vorort New Solway und meint während schlafloser Nächte im an die Wohnanlage angrenzenden Larchmont Hall nächtliche Aktivitäten beobachtet zu haben, obwohl die Residenz bereits seit längerer Zeit leer steht.
V.I. wird daraufhin von Darraugh Graham beauftragt, diesem nachzugehen.

Während V.I. eines Nachts auf dem Gelände von Larchmont Hall Nachforschungen anstellt, stolpert sie über ein junges Mädchen, welches seine Identität nicht preisgeben will und abstreitet, etwas mit den nächtlichen Vorkommnissen zu tun zu haben. Der Teenager macht sich nach kurzem Gerangel auf und davon, ohne dass V.I. herausbekommen hätte, um wen es sich handelt.
Durch das Gerangel fällt V.I. in einen Teich, in dem sich die Leiche eines Afro-Amerikaners befindet.
Wie sich später herausstellt, handelt es sich bei dem jungen Mädchen um die sechzehnjährige Enkelin eines liberalen Publizisten, den V.I. bereits seit ihrer Studienzeit rückhaltlos bewundert.

Bei der im stinkenden Teich von Larchmont Hall gefundenen Leiche handelt es sich um den Journalisten Marcus Whitby. Whitby wollte ein Buch über Kylie Ballantine schreiben: Kylie Ballantine, eine Tänzerin, Choreographin, Anthropologin und Autorin war in das Federal Negro Theater Project involviert, wurde in der McCarthy-Ära unamerikanischer Aktivitäten beschuldigt und verlor ihren Job an der University of Chicago.

Ganz nebenbei wird auch noch ein untergetauchter ägyptischer Jugendlicher gesucht, der in den Nachwehen des 11. September nur allzu leicht als Terrorist gebrandmarkt wurde. Es handelt sich dabei um den siebzehnjährigen Benjamin Sawadi, der in der Vina Fields Academy - einer Schule für Kinder von Superreichen -als Tellerwäscher gearbeitet hatte.

Während ihrer Ermittlungen dringt V.I. immer weiter in das Milieu der Superreichen im vornehmen New Solway ein und entwirrt dabei mühevoll ein nahezu hermetisches Geflecht von Verbrüderung, Täuschung und Enttäuschung, ideologischen Fehden (liberal versus konservativ), Verrat und Betrug, das sich bereits über einen Zeitraum von etwa fünfzig Jahren hinzieht und verdichtet hat.

Die Fehden scheinen ihren Ursprung in der McCarthy-Ära zu haben. Daher gestalten sich die Ermittlungen als äußerst schwierig, denn diejenigen, die V.I. helfen könnten, sind nicht willens ihr zu helfen oder aber tot...

Es ist sehr schwierig, „Blacklist" angemessen zu rezensieren, denn der Roman ist nicht nur sehr vielschichtig, sondern auch voll von Politik (Kommunistenhatz, Liberalismus und Konservativismus, Rassenpolitik) und Referenzen zur aktuellen Situation in den USA (9-11, Patriot Act, Krieg in Afghanistan etc.). Darüber hinaus erstreckt sich die Geschichte - wie bereits erwähnt- auf einen Zeitraum von ungefähr 50 Jahren, was es nicht nur für V.I. sondern auch für die geneigte Leserschaft schwierig macht, die Puzzlesteinchen zu einem kompletten Bild zusammenzufügen.

„Blacklist" ist an sich sehr spannend, aber nicht gerade einfach zu verdauen: Die Leserschaft stolpert mit V.I. im übertragenen Sinne von einem Hindernis zum nächsten, nur um kurz vorher abzubremsen und dann das Hindernis erst im zweiten oder dritten Anlauf zu nehmen.

Die Referenzen zur aktuellen politischen Situation in den USA verdeutlichen V.I.'s liberalen Standpunkt und legen unzweifelhaft dar, welche „Freiheiten" sich die amerikanischen Behörden aufgrund des Patriot Act nehmen können.
Die Wurzeln des Mordes an Marcus Whitby liegen in der bereits mehrfach erwähnten McCarthy-Ära, einem der schwarzen Kapitel der amerikanischen Geschichte. Die zu der damaligen Zeit begangenen Vertrauensbrüche sind im Kontext sicherlich auch für Nicht-Amerikaner nachvollziehbar (wenn auch m.E. nicht gerade bewundernswert).

Für mich als durchaus geschichtsinteressierte Europäerin, die nach der McCarthy-Ära geboren wurde, ist zwar V.I.'s liberaler Standpunkt sehr interessant, aber all die Fakten und politischen Extreme ziemlich erdrückend.
Da V.I. aber hartnäckig ermittelt, ihre eigenen Probleme, Sorgen und Ängste bekämpft und sie für mich immer noch die Protagonistin aller weiblichem „Gumshoes" ist, habe ich sie trotz allem gern auf dieser Zeitreise begleitet. Ein kleines bisschen weniger Politik hätten diesem ansonst wirklich hervorragenden Buch 5 Sterne gebracht.

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Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Ich arbeitete mich zum Kopf der Gestalt vor. Es handelte sich um einen Mann, der vom Gewicht seiner Kleider nach unten gezogen wurde und nur wegen des Gestrüpps aus Wasserpflanzen unter ihm an der Oberfläche trieb. Ich griff unter seine Achseln und zerrte ihn zum Rand des Teiches, wobei ich darauf achtete, dass sein Kopf über Wasser blieb, falls er noch nicht tot war." - Doch leider ist Vic Warshawski dieses Glück nicht gegönnt: Der Mann, auf den sie bei ihrem nächtlichen Sturz in einen eiskalten Vorgartenteich gerade unsanft gefallen ist, ist mausetot. Stellt sich nur die Frage: Wie kam es dazu? Was macht der Tote an diesem Ort? Und was hat das Ganze mit jenem mysteriösen und beständig von Einbrechern aufgesuchten Anwesen zu tun, das Privatdetektivin Vic Warshawski für Geraldine Graham, die inzwischen sehr alte Mutter eines Freundes, überwachen soll?

Die spannenden Antworten auf diese Fragen lässt die amerikanische Autorin Sara Paretsky ihre Privatdetektivin Warshawski fortan auf den folgenden rund 500 Seiten des Romans "Blacklist" ermitteln. 500 Seiten, dicht bedruckt, sind dabei durchaus ein ganz schöner Brocken für einen Kriminalroman, aus dem Englischen von Sibylle Schmidt übersetzt. Dennoch, es lohnt sich: Denn mit Sicherheit dürfte keine einzige der Seiten Langeweile aufkommen lassen. Nicht zuletzt liegt das daran, dass Autorin Sara Paretsky ihre Leser zusammen mit der zentralen Figur Vic Warshawski gemeinsam und auf Augenhöhe die steinige Recherche antreten lässt. Der Leser sieht mit Warshawskis Augen, spürt ihre Furcht, ihren Ärger, die Erschöpfung und den Schmerz am eigenen Leib. Ihr Fall wird zu dem des Lesers, Seite um Seite mitfiebernd mit der bissigen, intelligenten und durch und durch "toughen" Vic Warshawski auf der Suche nach der dringend geforderten Lösung.

Selbstredend - das ist das Schicksal aller Privatdetektive - kommt natürlich auch Vic Warshawski in Konflikte mit der Polizei. Fortan heißt es: Noch vorsichtiger ermitteln, noch behutsamer vorgehen - und vor allem eines: Schneller sein als der uniformierte Arm des Gesetzes. Das schließlich macht das Tempo des Buch aus, das trotz der Textmenge mit einem sehr gefühlvollen Maß für Dramatik mit Beschleunigung und verlangsamenden Momenten arbeitet.

Besonders lebendig macht "Blacklist" jedoch das Vermögen der Autorin, überzeugende, facettenreiche Charaktere und dynamische Dialoge zu entwerfen. Das muss mit der gewitzt-durchsetzungskräftigen Privatdetektivin Vic Warshawski anfangen - man sieht, wie sie lebt, lernt ihre Vergangenheit, Orte von Kindheit und Studium kennen, weiß was sie isst und was sie denkt, wie sie fühlt, agiert - und hört auch bei den Nebenfiguren nicht auf. "Blacklist" ist ein Buch, das von einem Höchstmaß an Plastizität lebt: Die zentrale Figur Vic Warshawski öffnet sich dem Leser zu 100 Prozent, Schritt für Schritt ist der Roman in Orten und Ereignissen vorstellbar; angenehm gemächlich schnurrend spielt sich "Blacklist" so als Film vor dem inneren Auge des Betrachters ab.

"Der alte Mann war ganz aus dem Häuschen vor Erleichterung darüber, dass man mich nicht eingesperrt hatte. Kurz darauf lag ich in seinem Wohnzimmer auf dem Boden, die Arme um Peppy geschlungen, und erstattete Bericht über die Ereignisse des Abends. Als mein Nachbar hörte, dass die FBI-Leute auch mein Büro durchsucht und vermutlich mein Telefon angezapft hatten, ließ er sich ausführlich über Strafverfolgung in diesem Lande aus. Er mochte ja gerne glauben, dass alle Maßnahmen der Regierung zum Schutz des Landes gerechtfertigt waren, egal, wessen Rechte da mit Füßen getreten wurden, aber da es um mich ging, war das FBI seiner Ansicht nach nun wirklich zu weit gegangen." - Und auch dies ist eine Besonderheit des Buches: Denn immer wieder klingen Hinweise auf aktuelle Themen der amerikanischen Gegenwart auf: Seien es die Verhörmethoden des FBI, sei es die Panik vor Terrorismus, die Amerika an den Rand einer neuen Hexenjagd bringt, sei es die Afghanistan-Frage, die exemplarisch an Vics Lebensgefährten Morell exerziert wird. Als Journalist begleitet er eine karitative Ärztevereinigung in das kriegsgeschüttelte Land - und begibt sich damit in eine offenbar noch größere Gefahr als die allein zuhause gelassene Vic.

Selbst wenn diese Anleihen beim Zeitkolorit mitunter ein wenig gewollt wirken - insgesamt ist das Buch von einer dichten Schlüssigkeit, über die wenige Kriminalromane verfügen. Wenn also eine amerikanische Alternative zu schwedischen Kommissaren oder italienischen Comissarios gesucht wird, dann ist Privatdetektivin Vic Warshawski und der Roman "Blacklist" eine gute Wahl!
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