...oder auch DER Soundtrack für den eisigen Winter. Kalt, melancholisch, düster...einfach herzzerreißend. Mastermind Tuomas Saukkonen beherbergt bereits mit seiner Hauptband Before The Dawn die Kunst, Musik wahrhaftig und in aller Vollkommenheit mit einer ergiebigen Atmosphäre auszustatten. Seine (Solo)Band Black Sun Aeon richtet die Augen noch mehr auf die frostige Stimmung was nach zwei bewundernswerten Vorgängern (das Debüt "Darkness Walks Beside Me" und das Doppelalbum "Routa") auch mit der derzeitigen Veröffentlichung abermals glückt und das musische Können von Tuomas Saukkonen dick unterstreicht. Durch die Bank entwickeln sich die Erzeugnisse permanent zu Bravourstücken.
Die essentielle Mischung für diese Soundcollage aus düster erhabenen Gitarren, bodenständigen und hier auch sehr aggressiven Drums, nackensträubenden Growls und herausstechenden Akustik- und E-Gitarren in euphorischer Melodienpracht verleiht fortwährend sein skandinavisches Flair. Ab und an ertönen auch Streicher oder eine zeitlose Flügelmelodie ("Nightfall"). Die Gedanken wagen einen Blick auf Sympathisanten a la Sentenced, Wintersun, Insomnium oder auch Amorphis (vordergründlich im Falle von "Solitude"), dennoch ist "Blacklight Deliverance" keine Schnittmenge dessen sondern kreiert seinen eigenen Sound.
Black Sun Aeon öffnen ihre Klangflächen zuweilen auf wundersame Weise und bedienen noch eher ein breitgefächertes Artenbild. Black Metal Einflüssen - beispielsweise in Form der amtlich ratternden Doublebase - oder thrashigen Einsprengseln ist hier somit ein Platz gegeben. Auch baut sich die artenreiche Vielfalt durch die gastierenden Cleanvocalisten Mikko Heikkilä (Sinamore) und der bezaubernden Janica Lönn (Lunar Path) aus. Wunderbar klare, tiefe sowie auch hohe und gefühlvolle Performance der beiden. Ja...unser Songwriter hat nicht unbedacht geschrieben, die typischen Merkmalen, Stilistiken und sphärischen Tiefen beibehalten, sich jedoch alles andere als kopiert. Das vorhergegangene "Routa" hatte die Messlatte in extremer Höhe manifestiert doch mit "Blacklight Deliverance" festigt man sich fachmännisch NICHT unter eigenem Standard, das soll schon was heißen und spricht eine hohe Qualifikation dieses Edelwerkes aus.
Ein Spaziergang durch vereiste Landschaften und Tannenwälder. Mit den Stiefeln stapft man durch das Weiß über jungfräuliche Schneedecken und mit dem schnellen Sonnenuntergang bricht die Dunkelheit früh herein. Genauso klingt die fühlbare Gestaltung der Musik in aller Epik und sinnlichen Tiefgründigkeit wenn derlei Herrlichkeitsperlen wie der hymnische Opener "Brothers", das Ohrwurmverdächtige und mit Emotionen bedeckte "Solitude", das mit Celtic Folk Fragmenten angerreicherte "Sheol" oder der leicht schauerliche Schlusspunkt "Nightfall" in die empfängnisfrohen Gehörgänge gleiten. Unser ultimativer Soundtrack wartet nur noch auf das erste Schneien und dann kann sich "Blacklight Deliverance" noch mustergültiger entfalten. Harmoniedynamik pur!
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Der Winter steht vor der Tür und ich kann wärmstens empfehlen dass sich auch bald das Paket mit dem neuen Ausnahmewerk von Black Sun Aeon daran ein Beispiel nimmt. Atmosphärisch, lückenlos, stilvoll und das übergreifende und passendste Adjektiv - Schön!