Schon die "Schubladisierung" der Musikrichtung macht Schwierigkeiten. Elektronik? Metal? Prog? Jazz? Irgendwie sind all diese Attribute gleichermaßen treffend wie unzutreffend. Shining hören sich in vielen Momenten wie Marylin Manson mit Eiern an, in anderen wie Meshuggah kurz vor dem Sprung in den musikalischen Hyperraum. Die lyrische Anmutung der Texte und die Intonation, des, äh, Gesangs hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem was Clawfinger so produziert und klingt wie gereizter Würfelhusten. Die mächtige Bassdrum treibt einen durch die Setlist und flirrende Gitarren kopulieren mit quietschenden Keyboards, gemischt mit Blastbeats, rücksichtslosen Breaks und hypnotischen Parts oder Saxofon-Solos. Die Stimmung ist stets evil mit ständig durchschimmerndem Wahnsinn und etwas dicke Hose. Man muss seinen Ohren schon einiges zugemutet haben, um dieses Ding gut zu finden. Wer Zugang dazu findet, hat eine anspruchsvolle schwarze Perle, die im Auto, zu Hause mit den Kumpels oder unter dem Kopfhörer funktioniert und nie langweilig wird. Für mich ganz großes Damentennis!
Anspieltipps: Exit Sun und Fisheye