Timothy Zahn wird wohl nie den Literaturnobelpreis gewinnen, aber seine Kreativität gepaart mit Action und trockenem Humor sind einfach spitze. Auch die Saga um die ehemalige Elitetruppe der Schwarzkrägen - englisch: Blackcollars - zeugt von den Vorzügen Zahns.
Das vorliegende Buch umfasst alle Bände der originalen Trilogie und beginnt mit Allen Caine, einem Agenten der terranischen Widerstandsbewegung. Denn das Terranische Demokratische Empire (TDE) hat den Krieg gegen die Ryqril, eine Alienrasse, vor 30 Jahren verloren. Das Empire ist besetzt. Die lokalen Regierungen auf den jeweiligen Welten des Empires bestehen aus Menschen, die von den Ryqrils einer Loyalitätskonditionierung unterzogen wurden. Dies und die zusätzlichen Militärgarnisonen sowie die starken, noch immer vorhandenen Zerstörungen auf den einzelnen TDE Planeten machen die Vertreibung der Aliens zu einem aussichtlosen Unterfangen.
Doch wie wir aus unzähligen Sci-Fi Romanen gelernt haben, kann man das mit uns Menschen nicht machen. So stösst Allen Caine, unser Agent, auf dem Planeten Plinry auf die Reste der ehemaligen Elitekrieger und auf totale Überwachung durch den Feind.
Was deprimierend beginnt, ist der Startschuss für fulminante 1102 Seiten Action mit genialen taktischen Schachzügen des Blackcollar-Offiziers Comsquare Damon Lathe. Er ist das taktische Genie und staunend werden wir Zeuge seiner Meisterleistungen, die in Band 3 "Die Judas-Variante" ihren Höhepunkt und krönenden Abschluss finden. Wie so oft, darf man bei Zahn nicht allzu viele Fragen zum Warum und Weshalb stellen. Beherzigt man diesen Rat, ist man mitten drin in der Action und legt das Buch nicht mehr zur Seite.
Der in einer Rezension angeführte Vergleich der Blackcollars mit den japanischen Samurai bzw. Ninja ist absolut zutreffend (z.B. Kampfwurfsterne). Jedoch haben die Blackcollars noch unendlich mehr Tricks auf Lager, so dass die guten alten Samurai und Ninja wie Waisenknaben aussehen.
Mit Zahn darf man also seine - pubertären - Träume von martialischer Kampfeskunst und großen Helden gepaart mit HiTech voll ausleben. Dass dieses Buch damit keinem Hermann Hesse oder Karl Kraus gerecht wird, ist wohl auch klar.....