Mit "Black Sun Zenith" schickt die deutsche Band UNDER THAT SPELL ihr zweites Album ins Rennen. Mastermind Dionysos (ex-HELRUNAR) und seine Mitstreiter setzen dabei in erster Linie auf rohen, schnörkellosen Black Metal der alten Schule. Leider wirkt nicht nur das Covermotiv wenig originell, auch der Inhalt hat mit Mängeln zu kämpfen. Bei den meisten der sechs Hauptstücke und der drei instrumentalen Zwischenspiele, will der Funke nicht so richtig überspringen.
Nach der Einführung namens "Mantra" knüppelt sich die Truppe mit hoher Geschwindigkeit durch "Haunted", welches trotz einer Akustikgitarreneinlage, in erster Linie durch Eintönigkeit auffällt. Der Gesang und die Gitarrenläufe sind dabei recht monoton und bieten keine Überraschungen. Das wird nur noch durch "Sinister Circle" überboten, welches in seinen über fünf Minuten nun wirklich absolut gar keine Abwechslung bieten kann. Zum Glück befinden sich auch spannendere Stücke auf der Veröffentlichung. So kann zum Beispiel "I Set The Fire" durch gekonnte Wechsel zwischen Raserei und atmosphärische Midtempo Passagen überzeugen. Nach wenigen Durchgängen setzt es sich im Ohr fest und stellt den Höhepunkt der Scheibe da. Hier wird sogar avantgardistischen Experimenten etwas Platz eingeräumt, von denen ich mir, über das ganze Album verteilt, noch mehr gewünscht hätte. Zwischen zwei Instrumentalen findet man zum Ende noch das Stück "Sun", welches eine eingängige Melodie an Bord hat und daher ebenfalls gut hängen bleibt.
Unterm Strich gelingt es der Truppe phasenweise, kaltes, traditionelles Black Metal Material abzuliefern, welches im Fall von "I Complete" ganz klar an DIMMU BORGIR zur Zeit ihrer ersten Alben erinnert. Weiter kommen mir Vergleiche mit schwedischen Bands wie beispielsweise NAGLFAR in den Sinn. Deren Klasse wird allerdings zu keiner Zeit erreicht. Am besten sind UNDER THAT SPELL immer dann, wenn sie über den Tellerrand schauen. Von der technischen Seite her, haben sie ganz klar die Voraussetzungen, zu den besten heimischen Bands der Sparte zu gehören, es fehlt nur noch an etwas mehr Risikobereitschaft. Wer Spaß an solidem, klassischem Sound hat, könnte mit "Black Sun Zenith" durchaus gut unterhalten werden.