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Simple Minds machen es dem Hörer in der Regel nicht leicht, dafür gab es in der langen Bandgeschichte zu viele Stilbrüche (David Bowie läßt grüßen) aber auch qualitative Schwankungen.
Eine derartige positive Übereinstimmung unter den Fans hat kein Album - vielleicht seit dem 84er Sparkle in the Rain und der Zeit der wachsenen Popularität - mehr gehabt.
Das liegt erstmal daran, dass die Band auf "Black and White 050505" zum ersten Mal Sounds und Elemente verwendet, die man von Alben aus der Zeit 1981 bis 1984 kennt, ohne auch nur annähernd eine Kopie eines dieser Alben abzuliefern. Somit lohnt es sich schon, die Deja-Vu's für sich zu entdecken. Im Gegensatz zu den Vorgängeralben ist das neue Album mit einer live-erprobten Band aufgenommen worden. Der qualitative Aufwärtstrend bei den Konzerten seit 2002 hat nun auch die Qualität bei den Aufnahmen erreicht. Konnte man auf dem Vorgänger CRY eine Handvoll schöner, aber auch eine Reihe von Füllern oder missglückte Experimente finden, hat Black and White 050505 keine Schwachpunkte im Songwriting oder platte Texte mit Betroffenheitslyric (Stichwort "let the children speak")
Die Songs im Einzelnen:
"Stay Visible" - athmosphärisch startend und dann sehr wuchtig und treibend - kann man gut im Kontext zu "Sparkle in the Rain" sehen, die flotte Single "Home" hat zwar einen simplen Refrain, die Höhepunkte findet man aber in jeder Note rundherum. "Stranger" erinnert mich persönlich an Moby (Songanfang) meats Robbie Williams (Refrain) um dann in das beste Schalala seit "Don't you forget about me" zu starten. Für mich die beste Single-Auskopplung des gesamten Albums. "Different World" ist ein weiterer Beweis, dass sich die Band mit jedem neuen Album weiterentwickelt... differenzierte Vocal-Arbeit, Midtempo-Song, interessante Brüche und Haken im Song und ein Refrain plus Moog-Synthesizer-Sounds, welche an die letzte "Dandy Wharhols" Platte erinnern. "Underneath The Ice", ein athmosphärisch langsamer Song nimmt ganz geschickt ein wenig das Tempo aus einem bis dato sehr flottem Album um gleich darauf mit "Jeweller" - einer Neubearbeitung des 99er Tracks "Jeweller to the Stars" - zu zeigen, dass man gute Songs noch steigern kann, wenn das richtige Team an den Produzenten-Reglern sitzt. Der Titeltrack "Black And White" nimmt das Tempo kurzzeitig heraus und fasziniert mit einem schönen Refrain. "Kiss The Ground" ist mein Favorit auf diesem Album - mit Abstand die beste Leistung am Bass, unglaublich coole, teilweise funky-verzerrte Gitarrentricks von Charlie Burchill und Jim Kerr's Vocals, die am Songende an den Icehouse-Sänger Iva Davies erinnern lassen. "Dolphins" beendet dann als langsames und zugleich bombastisches Finale das Album.
Fazit: In Zeiten in denen 80er Bands nicht mehr ausschließlich uncool sind, Coldplay-Werke sich mit einer Stadion-Pop-Mischung aus "U2" und "Echo and the Bunnymen" verkaufen wie geschnitten Brot und Bono zwar noch Sonnebrille trägt, aber auch endlich mal wieder die Welt rettet, haben es die Simple Minds verdient mit diesem Album voller Spielfreude, Schwung und neuen Ideen gehört zu werden. Selbst wer die Band nur in der innovativsten Zeitspanne bis 84 mag, sollte vielleicht mal sein Ohr dem neuen Opus von Jim Kerr und Mitstreiter leihen.
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