Snowblind war der ursprünglich geplante Arbeitstitel der 1972er Black-Sabbath-Scheibe. Die Record-Company zog allerdings noch rechtzeitig die Reißleine, weil der Begriff snowblind abseits der schneebedeckten Skihänge eine völlig andere Bedeutung hatte und die allzugroße Leidenschaft der vier birmininghamer Arbeitsöhne für Kokain wiederspielte. Allerdings überarbeitete die Recordcompany nicht das gesamte Artwork, denn auf dem Backcover konnte man noch deutlich lesen *Thanks for the great Coca Cola Company*, und wer daraus eine kostenfreie Werbung für den Konzern für zuckerhaltige Erfrischungsgetränke vermutet, dem sind sicherlich doppeldeutige Wortspielereien fremd.
Im Record Plant zu Los Angeles dürfte bei der Komponier- und Aufnahme-Session eine sehr gute Atmosphäre geherrscht haben. Unter der Regie von Producer Patrick Meehan setzten Black Sabbath ihren Siegeszug weiter fort. Als Opener wartet gleich mal ein überlanges Stück mit dem Titel *Wheels Of Confusion* auf das in seiner Schwere an den Track Black Sabbath erinnert, und mit einem Stoner-Rock-ähnlichen Instrumental endete. Im Anschluß gibts knackiges Klassikerfutter mit *Tomorrows Dream*, bevor man es mit der schmalzigen Ballade *Changes* etwas ruhiger angeht. Das folgende Iommi-Instrumental *FX* ist Hippieblödsinn. Danach folgt mit *Supernaut* allerdings wieder ein knackiger Donnerer der höchsten Güteklasse, der jahrelang fester Bestandteil des Live-Sets war.
Mit *Snowblind*, dem vermeintlichen Titeltrack gehts es dann in die zweite Runde. Das bei Chorus wie eine leichte Nebelschwade einbaute Wörtchen *Cocaine* zeigte klar, das davon im Record Plant vermutlich sehr viel genossen wurde, und die entsprechende *Händler* sich wohl damals schon eine goldene Nase an Ozzy & Co. verdient haben mußten. *Cornucopia* folgt im Anschluß, ein Society-Schocker erster Klasse mit so nachdenklichen Textpassage wie *nimm dir ein Leben, es wird billig*. Wieder wird die Platte mit einem Instrumale aufgelockert. *Laguna Sunrise* folgt, zerreisst ein bischen die Härte der Platte, verringert aber die harte Kraft von *Saint Vitus Dance* nicht. Der Track war übrigens der Namensgeber für die Doom-Metal-Band *Saint Vitus*, ein gutes Jahrzehnt später. Den Abschluß der Platte bildet der Doom-Klassiker *Under The Sun*.
Die Platte reiht sich nahtlos in die Black-Sabbath-Klassiker der frühen 70er Jahre ein und zementierte die Reputation der Band und deren Erfolg. Leider befinden sich zwei Instrumentalnummern auf der Platte, die nicht so wirklich ins Konzept und die Grundstimmung der Scheibe passen wollen und irgendwie das Gefühl von Fillern verbreiten, was mich auch daran hindert die Höchstnote zu vergeben.
FAZIT: trotz meiner leichten Kritikpunkte ein Klassiker des frühen Heavy Metal und Heavy Rock...