Vorneweg: Black Lagoon gehört zu meinen Favoriten in Sachen Anime, das heißt meine Wahrnehmung kann durchaus subjektiv sein. In dieser Rezension wird es keine Spoiler geben. Lediglich die Vorgeschichte aus Staffel eins wird kurz zusammengefasst, soweit das für das Verständnis der zweiten Staffel nötig ist.
Über die Serie
Um einen allgemeinen Eindruck von der Serie zu vermitteln, folgen nun einige Beschreibungen dessen, was den geneigten Käufer erwartet:
Es geht um Action, Ballerei und Gewalt. Sexualität wird selbstverständlich auch thematisiert, jedoch spielt sie eine sehr untergeordnete Rolle und wird auch niemals dargestellt. Die Gewalt steht hier deutlich im Vordergrund: Ihre Darstellung ist sehr schonungslos und durchaus überzeichnet. Persönlich empfinde ich den Grad der Gewaltdarstellung nicht als geschmacklos. Hier gelingt es der Serie eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten und auch immer die negativen Seiten der Gewalt im Blick zu halten.
In einer Welt, in der das Verbrechen regiert, Korruption an der Tagesordnung ist und jeder in erster Linie seine Existenzberechtigung verteidigt, gelten andere Grundsätze, als in unserer "zivilisierten" Welt. Der wichtigste Grundsatz ist aber, wie auch in der Realität, das Recht des Stärkeren. Erst auf dessen Basis bilden sich Bündnisse und die feineren Regeln der Gesellschaft können entstehen.
Die Herrschaft über die Hafenstadt Roanapur teilen sich vor allem die Mafia Russlands, Chinas, Italiens und der USA. Kleinere Dienstleister, wie die Lagoon Company, deren Mitarbeiter die Protagonisten stellen, führen Aufträge im Grunde für Jedermann aus, solange die Bezahlung stimmt. Dabei kommt es natürlich auch vor, dass diese Dienstleister gegen die Interessen ehemaliger Auftraggeber arbeiten. Damit das funktioniert kommt es besonders auf gegenseitigen Respekt und Professionalität an.
Das interessante an diesem Umfeld ist, dass hier nicht einfach zwischen Gut und Böse unterschieden werden kann. In Black Lagoon, wie auch in der Realität hat jeder Mensch seine Interessen, die er mit Hilfe seiner Verbündeten durchsetzt. Im Grunde wird hinterfragt, woduch die Zivilisation zusammengehalten wird.
Die Vorgeschichte
Die Serie besteht aus eigenständigen Episoden, die wiederum in mehrere zusammenhängende Einzelfolgen aufgeteilt sind. Die zweite Staffel ist im Grunde eine nahtlose Fortsetzung der Ersten. Diese muss man aber nicht unbedingt gesehen haben, da man nur eine kurze Vorgeschichte kennen muss um die Episoden zu vertehen: Der japanische Großkonzernangestellte Rock wird beauftragt einen Koffer mit brisanten Informationen von A nach B zu bringen. Die Lagoon Company hingegen soll die Information beschaffen, was dazu führt, dass Rock die Gastfreundschaft der Company kennen lernt. Da der Großkonzern es sich nicht leiten kann, dass die Informationen in falsche Hände geraten, wird kurzerhand versucht die Informationen inklusive des Kuriers zu zerstören, was natürlich mislingt. Enttäuscht wendet sich Rock von seinem Arbeitgeber ab und bleibt bei der Lagoon Company, bei der Zusammenhalt und Loyalität offenbar einen höheren Stellenwert haben.
Ausstattung der Bluray
Kurz und knapp: keine. Es gibt weder ein Booklet, noch ein Wendecover, geschweige denn Bonusmaterial. Lediglich ein paar Trailer werden vor dem Hauptmenü gezeigt. Die Bildqualität ist auf einem 23 Zoll Monitor subjektiv betrachtet gut. Die deutsche Synchro würde ich als durchwachsen bezeichnen, aber es gibt ja noch die japanische Tonspur für Leute, die Wert auf die korrekte Wiedergabe der Emotionen legen. Die Qualität der Englischen, Spanischen, Französischen oder Italienischen (die einzige in 5.1) kann ich nicht beurteilen. Dass sie alle drauf sind ist schön, hat aber für mich keinen Mehrwert. Für die magere Ausstattung gibt es einen Stern Abzug.
Fazit
Action, Ballerei, Gewalt. Pistolenkugeln, die mit einem Katana in der Luft gespalten werden.
Dabei wird der Realitätsbezug nicht immer aus den Augen verloren. Geil.