"Black Hole", dank Reprodukt nun auch in einem Band auf deutsch, ist eine Offenbarung und bescherte mir vier spannende Lesestunden, wie ich sie noch nie bei einer Graphic Novel hatte. Das Szenario erinnert tatsächlich an David Cronenbergs Body Horror. Burns zieht uns in diese Welt hinein und hält den Leser fest, selten habe ich etwas derart Suggestives gelesen. Natürlich ist der AIDS-Bezug offensichtlich, aber das ist nur ein Ausgangspunkt. Eine Metapher für AIDS ist "Die Krankheit" nicht, eher ist der HIV-Virus eine Inspiration für diese Geschichte, die in Farbe niemals funktionieren würde. Grafisch ist das eine Meisterleistung. Man kann sich dieses Teenage-Horror-Amalgam auch nicht in einem anderen Stil vorstellen. "Black Hole" will ein spezielles, unheilvolles Outsider-Gefühl vermitteln, und das gelingt auf allerhöchstem Niveau. Burns kann einem teilweise wirklich Angst einjagen, das geht auch großartig ohne Splatter. Blut macht sich schwarz-weiss auch nicht so gut. Viel Sex ist da drin, aber hier ergibt das wenigstens Sinn.