Dieser Film hat nur eine Aufgabe, nämlich zu zeigen, wie Soldaten reagieren, nachdem sie unter feindlichen Beschuss geraten sind, und zwar so präzise wie möglich. Soldaten werden auf solche Situationen vorbereitet, aber der Film zeigt, was alles schief gehen kann, weil es nicht trainiert wurde, weil es nicht trainiert werden kann. Black Hawk Down hat keine heldenhaften renommierten Hauptdarsteller wie die meisten Kriegsfilme, da sie mit ihren staubigen Uniformen sowieso kaum auseinander zu halten wären. Auch vermeidet Regisseur Ridley Scott die üblichen strahlenden Gefechtsbilder. Ganz im Gegenteil, in der zweiten Hälfte des Films werden die Szenen kühl und kühler, die hoch gepriesenen US-Soldaten, die sich vorher für unbesiegbar gehalten haben, werden versprengt und können sich nicht länger auf ihren Kameraden verlassen. Wie es einmal im Film heißt, geht es um nichts weniger als um den "Mann neben dir". Der Wahlspruch der Elitetruppen lautet schließlich: "Keiner wird zurückgelassen". Dabei geraten sie in ein tödliches Dilemma: Je mehr die Soldaten versuchen, ihre Kameraden zu retten, desto mehr geraten sie selbst in Gefahr und werden zum Opfer. Ungerechtfertigt ist daher die Kritik, die dem Film gerade in Deutschland zuteil wurde, wonach des um die Verherrlichung eines Kampfeinsatzes in einem Land geht, in dem Amerikaner nichts zu suchen hätten. Trotz der Ankündigung im Vorspann, der Film würde auf wahren Begebenheiten beruhen, ist der politische Hintergrund im Grunde völlig unwichtig, der Ort der Handlung austauschbar. Vordergründig ist vielmehr die Darstellung von Mut und Verzweiflung in einer Situation, die nicht mehr beherrschbar ist. Mit aller Deutlichkeit zeigt Black Hawk Down, dass keiner von uns je hätte dort sein wollen, wo diese Soldaten waren. Nichts an dem Film ist überflüssig, es gibt keine erlösenden Nebenstränge in der Handlung, der angekündigte Realismus tritt in aller Reinheit zutage. Mit einem Zitat von Plato beginnt der Film: Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen - im Nachspann bleibt genügend Zeit, darüber nachzudenken.