Alles neu hat neulich Peter Fox behauptet - und sich mit seinem Solodebüt dann doch nicht so weit von Seeed entfernt. Was gut ist. Ähnlich ist es mit Max Mutzkes drittem Album "Black Forest". Der 27-Jährige, der sich einst von Stefan Raab für den Grand Prix casten ließ, beschreitet neue Wege, ohne das, was ihn ausmacht, komplett an der Garderobe abzugeben. Soul und Pop waren zwei Alben lang die Komponenten, zwischen denen der Musiker aus dem Schwarzwald pendelte. Nun schlägt die Waage eindeutig zugunsten des Soul aus. Der steht Mutzke. Und wie um seine neue, durchaus international zu nennende Klasse zu unterstreichen, schüttelt er das ehedem leicht Hausbackene ab, das seinen deutschsprachigen Liedern anhaftete. Englisch würde sich einfach anders anhören, schwärmt der Sänger, es ermögliche andere Songs. Die heißen "St. Petersburg", "Girl in Tokyo" oder "Mrs. Thompson". Sie schweifen sowohl in die Ferne als auch in die Tiefe der Musikgeschichte. Funk und der Sound der 60er haben es dem begnadeten Souler angetan. Trotzdem ist "Black Forest" kein Album, dass sich das Prädikat "retro" anheften lassen muss. Nostalgisch ja, aber auch Pop - und vor allem alles andere als einseitig. Außerdem ist mindestens "New Day" ein Hit, dessen Beschwingtheit man sich nicht wird entziehen können, auch wenn er ein klein wenig an Sashas "Lucky Day" erinnert. Mit dieser sanften und doch deutlichen Wende wird Max Mutzke auch viele begeistern, die ihm (oder deutschen Soulversuchen generell) kritisch gegenüber stehen. (kab)
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