Im Jahr 2006 zeigen Rose Tattoo wo der Hammer nach wie vor hängt. Die Maxi "Black Eyed Bruiser" ist das erste offizielle Release der Band seit dem phantastischen Studioalbum "Pain", mit dem die Australier durchaus an alte Glanztaten anknüpfen konnten. Seither mussten weitere Studioaktiven immer wieder verschoben werden, vor allem wegen dem schweren Leiden und tragischen Tod von Slidegitarrist Pete Wells (1946-2006). Derzeit haben Rose Tattoo jedoch die Arbeiten am "Pain"-Nachfolger in Angriff genommen, das Album soll im kommenden Winter veröffentlicht werden. Das vorab veröffentlichte "Black Eyed Bruiser" zeigt deutlich dass es die Tatts wieder wissen wollen. Der Song stammt aus der Feder des legendären Producer-Teams Vanda & Young, am Mischpult saß kein geringerer als Mark Opitz, in Australien selbst so etwas wie eine Legende. Opitz prägt der Produktion deutlich seinen Stempel auf, mit satten Bässen und im Vordergrund dominierenden Gitarren. Insgesamt ist die Aufnahme etwas glatter als das ungeschliffene, von Rainer Hänsel produzierte "Pain", aber dennoch druckvoll und transparent. Angry Anderson singt wie ein junger Gott und über das tighte, intensive Zusammenspiel der Instrumente muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren - Rose Tattoo at it's best. Der Song peitscht sich von einem in mittlerem Tempo gehaltenen Intro über eine melodische Bridge zu einem euphorischen Chorus auf - Aussie-Rock wie wir ihn kennen und lieben.
Besonders erfreulich ist dass mit Mick Cocks ein Original-Mitglied der Tatts wieder fest eingestiegen ist. Sein Gitarrenspiel ist auch nach all den Jahren noch unverwechselbar. "Rockin` Rob" Riley musste hingegen überraschend nach sechs Jahren gehen und wurde durch Dai Pritchard (Slidegitarre) ersetzt. Der "Neue" erledigt seinen Job jedoch mehr als souverän und sicher auch ganz im Sinne von Pete Wells.
Die Maxi wird durch drei Live-Songs komplettiert welche die Band anlässlich eines Benefizkonzerts zugunsten des damals bereits schwer gezeichneten Pete gab: "Rock`n`Roll Outlaw", "Remedy", "Astra Wally". Allesamt feine Vorstellungen, besonders bei "Remedy" und "Astra Wally" scheint die reine Anarchie auszubrechen.
Der Erlös aus dem Verkauf stellt die Band übrigens wohltätigen Zwecken zur Verfügung.