angesichts der tatsache, dass hiphop in deutschland seit geraumer zeit im fernsehen boykottiert wird (es gibt keine hiphop-sendung mehr. okay, das gab es früher auch nicht wirklich, bis auf fett damals, aber es gibt wirklich keine mehr: nirgends läuft mehr gescheites, weil bei vivaplus nur gehirnamputierte arbeite(te)n, die von der materie kein stück verstehen. mtvurban ist "respektabel", aber eher black+r'n'b, als hiphop) und ich derzeit immer häufiger lese, dass hiphop nicht mehr das ist, was es mal war, sehe ich mich gezwungen, wieder eine kaufempfehlung rauszuschicken. diesmal habe ich das album mit dem titel 'black dialogue' im angebot, von den 'perceptionists'. das album erschien bereits im märz, ist mir aber erst letzten monat in die hände gefallen.
perceptionists, das sind mr. lif, akrobatik und dj fakts one und sie kommen aus larry-bird-town aka boston. 'black dialogue' ist die erste longplayer-platte, vorher gab es gelegentliche gastauftritte und zwei, drei singles; lifs debutsingle "electro" z.b. wurde von fakts schnitten auf den tellern begleitet, das war 1997.
die drei zusammen haben mit 'black dialogue' etwas sehr erfrischendes geschaffen, etwas, das bereits nach dem ersten mal reinhören bleibende spuren hinterliess. auf der scheibe 'black dialogue' sind 12 tracks, etwas wenig zwar, aber es macht hungrig auf mehr. und hunger ist auch ein gutes stichwort, den die beiden mcees lif und akro sind mehr als das. ihre texte sind sehr battle-rap-underground-lastig, was es für meine ohren extrem angenehm zu hören macht, aber auch deepness beweisen sie in dem politischen track 'people 4 prez', in dem es um das derzeitige amerikanische dauerthema irak-krieg geht. der erste track heisst 'let's move', der brennt und zeigt die richtung auf, aber den vogel abgeschossen haben tracks wie 'love letters' oder 'breathe in the sun'. bei beiden stücken sind die beats sowas von gelungen, man möchte sich beinahe reinlegen. es erinnert an die guten alten zeiten von artifacts und souls of mischief, nur, dass man im jahr 2005 angekommen zu sein scheint.
in diesem sinne: wenn euch die glotze mal wieder auf die eier(-stöcke) geht, dann geht in euren audioshop und checkt 'the perceptionists'! dieses album ist jeden cent wert und wird euch davon überzeugen, dass hiphop auch und gerade deswegen existiert, weil man getrost auf medien wie das fernsehen scheissen kann. hiphop, es ist meine kultur, da wo ich herkomme und hinwill, der ursprung und das ziel und nichts und niemand stellt diese kultur ohne die konsequenzen dafür tragen zu müssen in frage. erst recht keine billion-dollar-company wie viacom.