Zwei ungleiche Cops im Los Angeles der fünfziger Jahre. Der eine, Dwight 'Bucky' Bleichert (Josh Hartnett), introvertiert und wortkarg, noch am Anfang seiner Kariere, der andere Lee Blanchard (Aaron Eckhart) impulsiv und emotional, schon eine große Nummer im Department. Beide verbindet die Leidenschaft für das Boxen, und beide sind exzellente Fighter. Der Polizeichef wittert die Chance, einen Kampf der beiden gegeneinander zu Propagandazwecken zu nutzen. Feuer gegen Eis, erfahrener Cop gegen Frischling. Das Konzept geht auf und beide profitieren, werden sogar Partner. Bleichert lernt Blanchards Freundin Kay kennen (Scarlett Johansson) und zusammen erleben sie eine unbeschwerte Zeit. Doch üble Geister aus der Vergangenheit in Person von Bobby DeWitt der bald seine Gefängnisstrafe hinter sich hat, werfen ihre dunklen Schatten voraus. Als kurz darauf die grausam entstellte Leiche des Starlets Elisabeth Short entdeckt wird, überschlagen sich die düsteren Ereignisse und alle Beteiligten geraten in einen Strudel aus Täuschung, Habgier, Sex und Gewalt.
Einen Ellroy Roman in Kurzform zusammenzufassen, ist im Prinzip ein Ding der Unmöglichkeit. Zu viele Handlungsstränge und Ebenen, und enorm die Menge an Protagonisten, die Komplexität und die Zahl der Subplots. Die Vorlage zu diesem Film war der 3. Teil der so genannten L.A Tetralogie, einem Zyklus von 4 Romanen, die im Los Angeles der 40 Jahre ihren Anfang nahmen. Dem ersten Teil, Stadt der Teufel oder L.A Confidential wurde bereits in grandioser Weise ein filmisches Denkmal gesetzt. Diesem Film gelingt das leider nicht mal im Ansatz. Er ist harmlos, oberflächlich und berührt den Zuschauer nur marginal. In ganz wenigen Szenen kommt Spannung auf und bei diesen guten Szenen fühlt man sich stark an das offensichtliche Vorbild L.A Confidential erinnert. Vielleicht liegt das auch am Score von Mark Isham, der sich die eine oder andere Note beim Altmeister Jerry Goldsmith ausgeliehen zu haben scheint. Was die Komplexität der Vorlage angeht, die Ambivalenz der Charaktere und deren teilweise perfides Doppelspiel, muss man Regisseur Brian De Palma fast schon völliges Versagen vorwerfen. Das Buch ist eine in Worte gehüllte Bestie, der Film nur noch ein harmloses Kuscheltier, ohne Seele, mag sie auch noch so dunkel sein. Größtes Manko für mich ist jedoch die Besetzung von Josh Hartnett als Dwight Bleichert. Sorry, aber das war ein glatter Fehlgriff, Mr. De Palma. Schauspielkunst, Rollenverständnis und Identifikation sehen anders aus, ganz anders. Technisch gibt es nichts auszusetzen, vor allem die Kameraarbeit von Vilmos Zsigmond weiß zu überzeugen und auch die Ausstatter haben ganze Arbeit geleistet. Für mich ist dieser Film trotzdem eine der größten Enttäuschungen des letzten Jahres. Ich mag De Palmas Arbeit sehr, aber dieser Film gehört für mich zu seinen schlechtesten. Spekulativ die Frage, ob David Fincher, der zuerst Interesse an diesem Projekt bekundet hatte, mehr daraus gemacht hätte. Wer den Film gesehen hat, wird zu dem Ergebnis kommen: Ja, mit Sicherheit.