Der originale "Black Christmas" ist der Großvater des Slasher-Films, der alles vorbereitete, was das Genre später bis zum Erbrechen durchexerzieren sollte. Das Remake ist nun nichts anderes als ein weiterer Slasher-Film, der nach üblichen Mustern verläuft, dabei jedoch versagt, Spannung aufzubauen und hofft, diese durch ein Höchstmaß an Splatter zu kompensieren. Das Ergebnis ist leider ein lahmer Vertreter des Genres, der noch dazu all das ändert, was am Original gut und spannend war. Während man damals nicht wusste, wer der Killer ist und seine Backstory allenfalls erahnen konnte, zwingt das Remake diese elendig lange und klischeehafte Backstory dem Zuschauer mit Gewalt auf. Und dass am Ende mehr als nur ein Killer sein Unwesen treibt, ist im Grunde schon nach einer knappen Viertel Stunde vollkommen klar. Nach "Willard", der als Horrorfilm ebenfalls versagte, aber zumindest als exzentrisches Psychogramm eines Außenseiters funktioniert, hat Glen Morgan hier einen generischen 08/15-Slasher abgeliefert, der selbst über seine kurze Laufzeit von knapp über 80 Minuten sauber langweilt. Einzig nett: Die Farbdramaturgie hebt den Film von üblichen Slasher-Streifen ab. Fazit: Eine Enttäuschung
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild macht größtenteils einen guten Eindruck und der Ton ist für einen Horrorfilm mehr als angemessen. Das Bonuspaket ist straff geschnürt und hat einige interessante Elemente wie das Making Of oder die alternativen Enden zu bieten.
Bild: Das Bild von "Black Christmas" kommt stark gesättigt daher. Die Farben sind schwer und dunkel ausgefallen. Das zieht den Film stimmungstechnisch ein wenig nach unten, da es mitunter zu düster wird. Dabei versucht die Farbpalette, den Weihnachtszauber zu imitieren, aber das geht mitunter etwas in die Hose. Zu drückend wirkt die Farbpalette, auch wenn sich das im Verlauf des Films etwas bessert. Dennoch gibt es auch Szenen, in denen Hauttöne unnatürlich rot wirken (01:15:41). Rauschen ist in leichtem Maße vorhanden und die Kompression macht sich durch Artefaktbildung bemerkbar (00:53:38). Die Schärfe ist gut, aber etwas variabel. Es gibt Einstellungen, in denen das Bild deutlich aufweicht. Der Kontrast ist teils nicht gut genug tariert, so dass im Dunkeln Bildelemente verschluckt werden.
Ton: Der Sound klingt gut. Die Dialoge sind stets gut zu verstehen und wirken recht natürlich, ohne dass sie besonders spitz oder schrill ausfallen würden. Umgebungsgeräusche werden natürlich wiedergegeben, wobei alle Kanäle miteingebunden werden. Das gilt nicht nur für die Schocksequenzen des Films, sondern auch für die ruhigeren Momente, in denen die Mädchen nur reden. Die Geräuschkulise ist sehr aktiv. Bei den actionreicheren Sequenzen wird der Bass effektiv miteinbezogen.
Extras: Interessant gestalten sich die beiden Dokumentationen, die einander ergänzen. "Remaking" beschäftigt sich mehr mit dem Übergang vom alten zum neuen Film und die Änderungen, die notwendig waren, so etwa der Background, der für den Killer entwickelt wurde. Das Making Of ist vor allem deswegen erwähnenswert, weil Regisseur Glen Morgan keinen Hehl daraus macht, dass er diesen Film machte, weil er glaubte, damit nach dem Kassenflop "Willard" einen einigermaßen erfolgreichen Streifen abliefern zu können. Ein faszinierender Ansatz für ein Making Of, der auch gleich zeigt, wie ernst die Filmemacher ihr eigenes Werk nahmen. Die entfallenen Szenen des Films wurden aus gutem Grund entfernt, weil sie dem Film nichts Nennenswertes hinzufügen können. Dazu gibt es drei alternative Enden, die allesamt nicht besser sind als das Filmende. Sie sind nur anders und zeigen verschiedene Möglichkeiten, wie der Killer am Ende erledigt wird. --movieman.de