Aus der Amazon.de-Redaktion
Yo Mama, das bekannte Hamburger HipHop-Label und Heimat von Ferris MC, Dendemann, Fettes Brot oder Fünf Sterne Deluxe macht nun "in Gitarre". Dafür wurde mit Kiddo Records ein neues Label gegründet, dessen allererste Veröffentlichung ein Kracher ist:
The Black Cherries. Hinter der gleichnamigen Band verbirgt sich nicht eine Gruppe junger Männer aus den hippen Musikzentren London, New York oder L.A., sondern ein Duo aus dem malerischen Lüneburg in Niedersachsen. Hamburg ist nah und als Einflussgeber doch weit weg, ein Bezug zur dortigen Szene existiert nicht. Richtig auffällig sind die beiden Black Cherries dann auch erst ein Mal geworden. Da waren Pascal Finkenauer und JF Sebastian noch Früh-Twens, nannten sich Jaw und ihre einzige Platte heißt
No Blue Peril. Jetzt sind sie die Black Cherries, immer noch Twens, die sich aber Meilen von dem alten "Prodigy-meets-Radiohead"-Sound entfernt haben.
The Black Cherries ist locker hingerotzter, poppiger Low-Fi-Trash-Punk, dem in seinen kurzweiligen 30 Minuten nie die Melodien ausgehen. Eine Woche brauchte die Band, dann waren die kurzen, sehr knackigen Songs geschrieben, arrangiert und aufgenommen -- Gitarre, Bass und Drum Pads langten dafür völlig aus. Ein Jahr lag das Album dann herum, was die Vergleiche mit den Libertines und Strokes noch vermehren wird, doch die Black Cherries versichern, dass vielmehr die Ramones auf sie gewirkt haben. Das ist sowieso egal, The Black Cherries ist krachige Gitarrenmusik auf der Höhe der Zeit, erzählt überwiegend Rock-'n'-Roll-typische Liebesgeschichten, die sich zwischen Fiktion und Autobiografie bewegen. Black Cherries sagen, dass sie keine Erwartungshaltungen haben, sich über einen kommerziellen Erfolg keine Gedanken machen. Das sollten sie aber, denn wer in ein paar Tagen ein knappes Dutzend prächtiger Songs auf internationalem Niveau aus dem Ärmel schüttelt, darf ruhig ein bisschen stolz sein. --Sven Niechziol