Dank "Walk The Line" ist das Thema Cash ja plötzlich ganz groß angesagt. Ohne den ursprünglichen Anlaß, nämlich den Tod von Johnny Cash, hätte es auch dieses Album nicht gegeben. Es ist ganz klar die Aufarbeitung dieses offensichtlich persönlich sehr tiefgehenden Lebenseinschnittes für Rosanne Cash. Durch praktisch alle Titel zieht sich die Erinnerung an ihren Vater und macht es so zu einem berührenden Werk In-Memorian Johnny Cash. Eine undeutliche Tonbandaufnahme eröffnet das Album, in dem Rosanne von ihrem Vater gerufen wird; mit einem weiteren Original-Soundbite schliesst sich auch der Kreis und das Konzeptalbum.
Dazwischen liege viele emotionale Tiefen und musikalische Stilelemente. "It was a black cadillac that drove you away ... like one you used to drive" singt sie zu Beginn, untermalt von treibendem Bass und die Trompete im Hintergrund lässt "Ring Of Fire" von Johnny Cash ins Unterbewußtsein gleiten.
Noch nicht geboren, aber schon empfangen, so beginnt "I Was Watching You", als Johnny Cash und June Carter auf einer endlosen Straße in Texas unterwegs waren. Was am Ende bleibt, ist die Liebe, wenn er nun von oben auf sie achtgibt.
Das schwere Thema Sterblichkeit, Abschied und Hoffnung nimmt Rosanne mit poetisch-schönen Texten und vorwiegend ruhigen Melodien in den Arm und es fühlt sich dort gut an. Ich empfehle jedem, die Texte zu lesen, sie bedürfen nicht der Musik und malen eindrucksvolle Bilder, die Hand in Hand gehen mit den Fotos im Hüllen-Büchlein. "Black Cadillac" ist ein großartiges Konzeptalbum bei dem alle Element pefekt sitzen und für sich alleine stehen können: traurig-schöne Texte, eingängige Melodien, thematisch passendes Layout mit schönen Fotos und eine moderne Produktion, ohne sich auf eine Stilrichtung festzulegen, machen das an und für sich so schwere Thema leicht und eingängig und zu einem ergreifenden Erlebnis.