Der Held dieses Romans ist ein Kongolese mittleren Alters wohnhaft in Paris, ein sogenannter Fessologue (ein Neologismus, fesse= Hinterteil), ein Experte für die Bewegungen/Rotationen der Hinterteile des weiblichen Geschlechts, die es ihm erlauben, auf den Charakter einer Frau zu schließen.
Das Schöne an dem Buch ist, dass Alain Mabanckou es versteht, mit viel Humor die Gedanken eines gerade verlassenen Ehemannes sowie dessen Ausflüchte (seine mehr oder weniger erfolgreichen Selbstbelügungen und seine Selbtbeweihräucherungen) wunderbar ironisch darzustellen. Außerdem wird der Leser in die Welt von Chateau Rouge, einem "schwarzen" Viertel Paris mitgenommen, wo ihm die unterschiedlichsten Afrikaner mit den unterschiedlichsten Lebenseinstellungen und philosophischen Überzeugungen begegnen, so zum Beispiel der Nachbar, Monsieur Hippocrate, der das rassistische koloniale Gedankengut vollkommen übernommen hat, obwohl er selbst schwarz ist oder der Araber an der Ecke, der sich mit seinen schwarzen Brüdern zu verbünden sucht. Es wird klar, dass innerhalb dieses schwarzen Viertels in Paris ein unglaublicher Pluralismus herrscht, der so reich ist wie Afrika selbst.
Mabanckous Schreibstil ist so leicht und vergnüglich, dass es einfach Spass gemacht hat, dieses Buch zu lesen.