Aus der Amazon.de-Redaktion
Wahre Alltagsgeschichten und wirklichkeitsgetreue Personenbeschreibungen -- das sind auch beim prächtigen Longplayer
Bla-Bla Nonstop wieder die Stärken von Herrn Stoppok. Der Ruhrpott-Reimeschmied, aufgewachsen in Essen und einst als abgebrochener Student in die Musikerlaufbahn hinübergerutscht, schaut dem Volk erneut aufmerksam aufs Maul. Er bevölkert seine Lieder mit Charakteren von der Straße, wie sie jeder kennt, berichtet von ihren Sorgen und Nöten, kommentiert alles aus der Froschperspektive der zu kurz Gekommenen und Unterprivilegierten.
In 13 neuen Songs und dem Bonus-Track "Scheiße am Schuh", den er in der Band-Version mit Schandmaul aufgenommen hat, spielt Stefan Stoppok den üblichen Rock 'n' Funk 'n' Blues 'n' Folk, der einmal mehr schön hemdsärmlig und knarzig rüberkommt. Dazu singt er schnoddrig vom ganz normalen Wahnsinn. Der Nuschelsänger aus dem Kohlerevier erzählt höchst authentisch von einer rauschenden Kneipentour, die mehr feucht denn fröhlich verläuft ("Wat 'ne Nacht"), macht uns mit einem Glücksspielgewinner bekannt, der, nachdem er das große Los gezogen hat, unglücklicher ist als vorher ("Lotto gewonn'n"), schildert die Rachegelüste eines stinksauren Typen, der sich in seiner Fantasie haarklein ausmalt, wie er es "ihr" heimzahlt ("Normal pervers"), und berichtet -- voll aus dem Leben gegriffen -- von den Kümmernissen des Menschseins ("Flügel"). Darüber hinaus belegt der Musiker in anrührenden Balladen wiederum, dass er auch jede Menge vom Kampf der Geschlechter, von der Zeit der Liebe und der Zeit danach versteht ("Was bleibt, ist weg", "Sei nicht sauer", "Annabell"). Das ist deutschsprachige Song-Lyrik vom Feinsten! --Harald Kepler