Ich denke jeder, der viel und gerne liest, befasst sich unweigerlich irgendwann mit Sinn und Herkunft von Wörtern. Sei es, weil wieder mal ein Autor seine Affinität zu exotischen Ausdrücken nicht in den Griff bekommen hat oder weil mein einfach nur mal wieder neugierig ist, was jener wilde Haufen von Konsonanten und Vokalen wohl bedeuten mag. Oft eine ziemlich trockene Angelegenheit. Dass alles noch viel komplizierter ist, als zunächst befürchtet, zeigt uns Klaus De Rottwinkel in seinem herrlich Durchgeknallten Buch, dem Blödsikon. So wurde z.B. das Wort Vokabel nicht etwa vom lat. Vocabulum = Benennung oder Bezeichnung abgeleitet, sondern wurde von einem sprachökonomischen Elektriker ersonnen, welcher sich auf der Suche nach'ja wo nach hat er wohl gesucht? Oder wussten sie, dass eine Thekenrunde eigentlich die Bezeichnung für eine etwas fülligere Wirtin ist? Ein Scheinwerfer die alternative und durchaus passende Bezeichnung eines Geldautomaten? Gut, nicht alle Begriffe im Buch erschließen sich dem Leser sofort. Manchmal wollen sich Erkenntnis und Witz auch gar nicht einstellen, weil die Interpretationen zu blöd und zu schlüpfrig sind. Aber schließlich kann man dem Autor hierbei nicht vorwerfen, er hätte uns nicht schon im Titel gewarnt. Es überwiegen jedoch die hintersinnigen und cleveren Bedeutungen, die einem ein Schmunzeln, eine lautes Lachen oder sogar im Angesicht purer Genialität eine herunter klappende Kinnlade bescheren. Ich habe mich oft köstlich amüsiert und halte diese Buch für eine kongeniale Ergänzung zu Douglas Adams Der tiefere Sinn des Labenz. Das Blödsikon ist ein kurzweiliger Zeitvertreib für alle Lesewesen und Wortfetischisten die gerne auch mal quer und um die Ecke denken.