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Produktinformation
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Einen Bericht aus dem Inneren der Türkei nennt Kelek ihre Gedanken und Reflexionen anlässlich einer Rundreise in ihre ursprüngliche Heimat, die sie von der modernen Glitzerwelt des Bosporus bis tief hinein in die archaische Rückständigkeit Ostanatoliens führte. Dabei beschränkt sie sich nicht auf symptomatische Momentaufnahmen sondern unterfüttert sie kenntnisreich und durchweg kritisch mit Hintergrundinformationen aus der Geschichte sowie dem politisch-religiösen System der Türkei denn um ein solches, daran lässt sie keinen Zweifel, handelt es sich trotz aller Säkularisationsrhetorik von Oben nach wie vor. Den breitesten Raum in Keleks Darstellung nehmen Begegnungen mit Frauen ein. Sie berichtet aber nicht nur von geknechteten und ergebenen sondern vor allem auch von mutigen und rebellischen: von solchen mit Rückgrat, die trotz Repression eine Frauenberatungsstelle betreiben, von Feministinnen in der tiefsten Provinz und von besonders couragierten Streiterinnen für die Rechte der Frau, die der Unterdrückung im Namen der Ehre die Stirn bieten.
Die Bilanz ihrer Reise fällt ebenso zwiespältig aus wie der Titel Bittersüße Heimat. Doch eines macht Necla Kelek unmissverständlich deutlich: Von Europa ist die Türkei noch immer Lichtjahre entfernt. Ein Buch, dessen Lektüre nicht nur, aber ganz besonders allen Türkeiromantikern hierzulande wärmstens empfohlen sei. Franz Klotz, literaturanzeiger.de
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Leben in der Türkei heute,
Rezension bezieht sich auf: Bittersüße Heimat: Bericht aus dem Inneren der Türkei (Gebundene Ausgabe)
Necla Kelek Bittersüße Heimat Kiepenheuer & WitschISBN 3462040421 Bittersüß sind die Erfahrungen, die Necla Kelek auf einer Reise in ihre Heimat macht, in eine von gesellschaftlichen Gegensätzen beherrschte Türkei. Es gibt dort eine alte Kultur, liebenswerte Menschen, gutes Essen, aufgeklärte und gebildete Bürger und herrliche Landstriche, und es gibt daneben barbarische archaische Gesellschaftsstrukturen. Die politische Vergangenheit zeigt äußerst komplizierte Entwicklungen hin zum heutigen Staat Türkei! In einem Eingangskapitel philosophiert Necla Kelek über den Begriff von Heimat, den sie dahingehend definiert, dass Heimat da sei, wo man sich verantwortlich fühle. Ein Satz für ihren Neubeginn in Deutschland gipfelt in der Einsicht, dass < Respekt kein Gehorsam, sondern Achtung vor dem anderen ist, dass Zurückhaltung keine Kälte, sondern Höflichkeit ist >. Um in Deutschland nicht fremd zu bleiben, hat sie sich mit diesen Begriffen auseinander gesetzt. Sie bilden eine der Grundlagen ihres Demokratieverständnisses. Ihr Bericht beginnt mit dem Tod ihres sehr geliebten Onkels, der in Ankara beerdigt wird. Der Rahmen seiner Bestattung bietet Einblicke in eine von Traditionen und starkem Familienzusammenhalt geprägte Gesellschaft. Kelek steigt in ihrem Buch tief in die jüngste türkische Geschichte ein, in der Atatürk als Nationalheld gefeiert wird. Sie kritisiert den heute waltenden türkischen Nationalismus, den unterschiedliche politische Richtungen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Diesen Nationalismus mit seinem chauvinistischen Anspruch bezeichnet sie als sinnentleert und überholt. Er passt < besser zu den noch existierenden Diktaturen in der Welt als in ein demokratisches Europa. > Argwöhnisch betrachtet sie die Trennung von Staat und Religion, da in der Realität der Islam in der Türkei stark in den Staat hineinwirkt. Bei ihrer Suche nach einer nach Anatolien entführten Deutsch-Türkin geht Kelek auf den Begriff der Ehre in diesen abgelegenen Landstrichen ein. Die harten Auslegungen des Ehrbegriffs in den östlichen Landesteilen erfahren harsche Kritik. Positives weiß sie über die Arbeit einer Frauenhilfsorganisation Kamer zu berichten, die Frauen bei der Suche nach Recht und Befreiung zur Seite steht. Necla Kelek gibt mit ihrem fundierten Wissen über den Staat und seine Geschichte und den aus eigenen Erfahrungen bei Reisen ins Landesinnere gewonnenen Eindrücken beredt Auskunft über ihr Land. Es ist von diversen ethnischen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten geprägt. Das Übergewicht der muslimischen Bevölkerung bestimmt den Alltag und Familienclans herrschen auch heute noch über ganze Regionen. Ausführlich sind ihre Studien, genau ihre Beobachtungen und wissenswert ihre Schlussfolgerungen. Sie ist eine streitbare Frau, der das Land ihrer Herkunft am Herzen liegt. Mit ihrem Buch leistet sie einen gelungenen, nachdenklich stimmenden und kritischen Beitrag zur Aufklärung über die Lage in der heutigen türkischen Gesellschaft. Necla Kelek ist Türkin von Geburt lebt jedoch seit vierzig Jahren in Deutschland. Hier gehört sie einer emanzipatorischen Bewegung an, die sich der Unterdrückung türkischer Frauen annimmt. Sie ist eine mit vielen Ehrungen ausgezeichnet Sozialwissenschaftlerin und lebt als freie Publizistin in Berlin. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kein gutes Zeugnis für die Türkei,
Von
Rezension bezieht sich auf: Bittersüße Heimat: Bericht aus dem Inneren der Türkei (Gebundene Ausgabe)
Necla Kelek stellt der Türkei kein besonders gutes Zeugnis aus. In Sachen Demokratie, Menschenrechte und Frauenemanzipation hat das Land am Bosporus, das sich auf den Weg nach Europa machen will, noch erheblichen Nachholbedarf. In der ihr eigenen Art legt die Autorin die Finger in die vielen Wunden, zeigt eindrucksvoll die Defizite auf. Sie würzt "den Bericht aus dem Inneren der Türkei" mit eigene Erlebnissen, vermittelt Einsichten in die geschichtliche Entwicklung des Landes und eröffnet Aussichten auf eine Türkei, wie sie sein oder werden sollte. All dem steht das andere gegenüber: die Liebe zu diesem Land, in dem Necla Kelek geboren ist, zu seiner Kultur, den Gedichten, den Speisen, den Landschaften. In diesem vermeintlichen Widerspruch, diesem bittersüßen Gegeneinander von Kritik und Zuneigung, von Zorn und Liebe liegt der Reiz diess Buches.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bittersüße Heimat,
Rezension bezieht sich auf: Bittersüße Heimat: Bericht aus dem Inneren der Türkei (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr authentischer Bericht aus dem "Inneren" der Türkei und den Familienstrukturen der kurdisch-türkischen Gesellschaft.Das Buch macht deutlich, warum die Integration von Migranten aus der Türkei so schwierig ist. Die Familienstrukturen sind das Haupthindernis auf dem Weg in eine westliche, offene Gesellschaft. Ein sehr spannendes aufschlussreiches Buch einer Insiderin. Sehr lesenswert und informativ. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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