Wer Polanski schaut, sollte sich auf einiges gefasst machen. Aber hier stellt sich alles anders dar: was Polanski mit filmischen Mitteln nicht darstellen kann, wird erzählt; und es wird viel erzählt...ein richtiges e-book. Die Personen Mimi + Oscar, Nigel + Fiona sind um 2 Personen zu viel, nämlich Nigel + Fiona: Fiona wird nur zum Ende hin wirklich eingesetzt und natürlich zum Eklat, der auch anders dargestellt werden hätte können; Nigel wird nur dazu gebraucht um sich die Erzählung = Lebensgeschichte des verbiesterten Rollstuhlfahrers anzuhören. Das ist bereits so unglaubwürdig, dass es schmerzt; welcher halbwegs gebildete Durchschnittsbürger macht so etwas mit? Der verzweifelte Versuch Polanski's das unter dem Aspekt "Neugierde" zu verkaufen, geht ins Leere.
Im Klartext geht es doch nur um eine unglaubwürdige Geschichte zwischen einem erfolglosen Schriftsteller "Oscar" und er Bedienung/Tänzerin "Mimi".
Und da gibt es drei wichtige und tiefgreifende Charaktere, die durch Mimi glaubhaft gemacht werden wollen. Zuerst ist sie die sexy Maus, die allerlei Erotik praktiziert und damit ihren Oscar dominiert; sie und nur sie "lebt" ihren Oscar und ihre Beziehung.
In der zweiten Charakterstufe degradiert diese Frau zur devoten Märtyrerin, völlig freiwillig ohne jeden äusseren Anlass?; macht ihn in dieser Lebensphase zum Krüppel? wer soll denn sowas glauben.
Dann ganz unverhofft, ist sie in Ihrer dritten Charakterrolle: der erotische Vamp, absolut dominant, stärker noch als in der ersten Stufe.
Mein lieber Polanski, soll ich so etwas glauben nur weil du Polanksi bist? Das ist doch Verarschung in Vollendung.
Fazit: langatmig (wegen der enervierenden Erzählung), unglaubwürdig, natürlich obsessiv (ist ja doch ein Polanski)