Nein, Vicco von Bülow kann nun leider nichts mehr sagen, er starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren und das bei seinem Hausverlag Diogenes erschienene Buch "Bitte sagen Sie jetzt nichts" ist unweigerlich zum Vermächtnis des großen Humoristen Loriot geworden, wie sich der in Brandenburg Geborene als Künstler nannte.
Und noch ein Vermächtnis ist dieses Buch, es ist mit Gesprächen und Interviews von Loriot gefüllt, die der Gründer und langjährige Herausgeber des Diogenes Verlages, Daniel Keel, ausgewählt hatte. Nicht mal einen Monat nach Loriot ist nun auch dieser große Bücherfreund gestorben, dessen Maxime es war, nur Bücher zu veröffentlichen, die ihm auch selber gefallen. Und als damals vor gut 50 Jahren kein deutscher Verlag Loriot unter Vertrag nehmen wollt war es Daniel Keel mit seinem Diogenes Verlag, der Loriot eine künstlerische Heimat gab, die Loriot bis zuletzt nicht verlassen hat.
In den Gesprächen und Interviews des Buches, die über die letzten 40 Jahre entstanden, kann man den sympathischen und wortgewandten Künstler Loriot als Menschen kennen lernen, erfährt vieles über seine Jugend, den verhassten Kriegsdienst, die prägende Anwesenheit des Vaters, seine ersten Berührungspunkte mit der Kunst, seinen Weg über den Karikaturisten, Sketchschreiber, Regisseur, Schauspieler und Opernliebhaber, der nicht nur Opern von seinem geliebten Wagner und anderen bekannten Komponisten inszenierte sondern auch einmal das aufregende Vergnügen hatte, die Berliner Philharmoniker zu dirigieren. Und die haben genau das gemacht, was dem Taktstock des Meisters entsprang!
Vicco von Bülow ist Zeit seines Lebens auf dem Teppich geblieben, war ein Familienmensch, dem die Arbeit nicht nur Freude sondern vor allem auch Verantwortung war, wenn er mit fremden Geldern inszenierte und der wohl einer der bekanntesten Deutschen unserer Zeit war. Vielen Dank für alles, sehr geehrter Herr Loriot!