Atomwaffen, Taliban auf dem Vormarsch, Korruption und scheinbar regelmäßige Putsche durch das Militär - neben den üblichen Verdächtigen Iran und Nordkorea ist Pakistan wohl eines der gefährlichsten Länder der Welt, weniger weil das Land zu heftigen nuklearen Säbelrasseln neigt, sondern weil es politisch äußerst instabil erscheint. Zuletzt trotz Wirtschaftskrise mit Millionen Förderungen zur Sicherung des nuklearen Arsenals bedacht ist Pakistan seit dem Sturm auf die rote Moschee wieder ins Rampenlicht der Weltpolitik gerückt, hat doch gerade US-Präsident Barack Obama angekündigt gegen die Taliban mit neuer Härte vorgehen zu wollen und dabei auch Übergriffe auf das paschtunische Stammensgebiet hinter der irrealen pakistanischen Grenze in Betracht gezogen.
Der ZEIT-Auslandsredakteur Ulrich Ladurner hat sich deshalb zu einer Reise durch das "Land der Reinen" aufgemacht und damit ein Werk vorgelegt das sich in die Masse der Publikationen zum Thema einzureihen versteht. "Bitte informieren Sie Allah" ist ein Reisebericht und gezielt als solcher zusammengestellt worden. Es ist also keine allzu fundierte Analyse der Lage mit geschichtlichen Rückblick, differenzierten Betrachtungen oder dergleichen, stattdessen bedient sich der Autor eines sehr aussschweifenden Stils der eher an einen Roman erinnert, denn ein Sachbuch. Das Ergebnis, man erfährt zwar sehr viel darüber wie Städte, Lokalitäten und Interviewpartner aussehen, sich anhören oder riechen, die Dialoge wirken allerdings arg gekünstelt und bar jeglicher Tiefe. Fast dümmlich kommen die "Islamisten" daher und genauso simpel wird etwa der säkulare Universitätsrektor von Ladurner als Held glorifiziert. Einseitig und simplifizierend eine Lektüre die wenig neues oder tiefschürfendes zur Kenntnis bringt, das nicht schon in Wochen- und Tageszeitungen breit getreten wurde.
Fazit:
Dankbar nimmt man als Einsteiger die Einführung in den Themenkreis zur Kenntnis, sieht sich dann aber in seichter Reiseberichterstattung mit politischen O-Ton zurückgelassen.