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Bist Du der König der Juden? Die Passionsspiele in Oberammergau.
 
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Bist Du der König der Juden? Die Passionsspiele in Oberammergau. [Gebundene Ausgabe]

James Shapiro
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 253 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt DVA (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421053693
  • ISBN-13: 978-3421053695
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 14 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 180.187 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Oberammergau 2000: Zum vierzigsten Mal werden seit 1634 die berühmtesten Passionsspiele der Welt aufgeführt. Viele Menschen aus der ganzen Welt werden den kleinen oberbayerischen Ort aufsuchen, um die Darstellung des Leidens und Sterbens Jesu Christi durch die Hälfte der Bevölkerung von Oberammergau mitzuerleben. Viele werden tief bewegt und beeindruckt davon sein, mit welchem Engagement diese einfachen Menschen, Arzthelferin und Lehrer, Mechaniker und Rechtsanwältin, sich mit ihren Rollen identifizieren.

Aber es gibt auch andere aufmerksame Beobachter. Menschen jüdischen Glaubens, die wissen wollen, ob die unheilvolle Tradition antijudaistischer Texte auch im 3.Jahrtausend in den Passionsspielen weitergeht. James Shapiro, Professor für Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft in New York, setzt sich mit dem Phänomen Oberammergau auseinander, beschreibt es in seiner Geschichte und zeigt auch die dunkle Seite der Passionsspiele, wie sie nicht zuletzt durch die Unterstützung und Begeisterung Hitlers für diese "deutschen Spiele" dokumentiert wird.

Das ist fesselnd zu lesen und fördert -- wie bereits in Shapiros Buch über Shakespeare und die Juden bemerkenswerte Einsichten zutage. Für sein Buch hat Shapiro hat sehr viel recherchiert -- auch vor Ort bei den Menschen in Oberammergau. Was dem Buch sehr zu Gute kommt -- erhält Bist Du der König der Juden? doch auf diese Weise eine Authentizität, die einem zuweilen das Gefühl gibt, live dabei zu sein.

Fazit: Wer einen kritischen Blick auf den Mythos Oberammergau riskieren möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Es macht neugierig auf die Passionsspiele, zeigt aber auch deutlich die Probleme eines solchen katholischen Laienspiels in der Moderne auf. --Christian Frühwald

Kurzbeschreibung

Wie eine Enklave altertümlicher Frömmigkeit inmitten einer säkularisierten Welt erscheinen die Oberammergauer Passionsspiele heute. Die Identität der Gemeinde und ihrer Einwohner ist unlösbar mit dem Passionsspiel verbunden, das seit 1634 Generation für Generation fast unverändert aufgeführt wird. Doch die Spiele sind weit mehr als nur die Erfüllung eines frommen Gelübdes. James Shapiro hat ein faszinierendes und kritisches Porträt von Oberammergau verfasst, das Panorama einer über dreihundertjährigen Tradition zwischen Katholizismus und Judenfeindlichkeit.
Ein faszinierendes Portrait von Oberammergau, das ein historisches Panorama einer dreihundertjährigen Tradition zwischen katholischer Frömmigkeit und Judenfeindlichkeit zeichnet. Nach den letzten Passionsspielen in Oberammergau 1990 ist eine lebhafte Diskussion über antisemitische Elemente der Theateraufführung in Gang gekommen, die anläßlich der Aufführung im heiligen Jahr 2000 ihren Höhepunkt erreichen wird. Die Theatergemeinde von Oberammergau hat sich über Jahrhunderte mit großer Widerstandskraft fast sämtlichen Liberalisierungen entzogen und führt die Passion in einer fast unveränderten Ausstattung und alten Übersetzungen biblischer Texte auf. Das alte Gelübde, alle zehn Jahre die Passion aufzuführen, hat zahllose Kriege, Belagerungen und Boykottversuche überdauert. Shapiro stellt in dieser brillanten Arbeit das breite historische, politische, soziale und kulturelle Spektrum dar, das die Festspiele von Oberammergau weit über ein lokales Ereignis mit enormer religiöser Bedeutung hinausheben: Die Passionsfestspiele in Oberammergau stehen wie wenige andere religiöse Großereignisse für den Versuch, sich in der Moderne religiöser Bindungen und Wertvorstellungen zu versichern. Hier spiegeln sich exemplarisch die Spannungen, Zweifel und Anfechtungen, denen die Kirche am Ende des Jahrtausends ausgesetzt ist.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
teilweise schlecht recherchiert 22. September 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
James Shapiro hat mit seinem hier vorliegenden Werk den Versuch unternommen, die Geschichte der Passionsspiele darzustellen. Den Schwerpunkt setzt der dabei auf die letzten 70 Jahre, wobei ihm viel daran gelegen ist, die Problemtatik Antisemitismus und Passionsspiele in Oberammergau zu untersuchen. Dieser Versuch von Shapiro ist nur teilweise geglückt, da er offenbar nicht ausreichend recherchiert hat. Gerade in der Darstellung der Geschichte des Passionsspiels im Dritten Reich und in den Nachkriegsjahren unterliefen ihm etliche schwerwiegende Fehler. Er unternimmt den Versuch, die Geschichte des Dritten Reichs in Oberammergau zu schildern, doch gerade hier hat er Quellen falsch zitiert bzw. sich auf unsichere mündliche Aussagen verlassen. So setzt er zum Beispiel die Zahl der NSDAP-Mitglieder in Oberammergau mit der Zahl der Mitwirkenden bei den Passionsspielen in Relation, wodurch ein hoher Prozentsatz an Parteigenossen in Oberammergau zu erkennen wäre. Es bleibt schleierhaft, wieso er diese Mitgliederzahl nicht mit der Zahl der Einwohner verglichen hat, was naheliegender und sinnvoller gewesen wäre. Immerhin standen damals 2500 Einwohnern nur knapp 800 Mitwirkende gegenüber. Aus diesen Zahlen zu konstruieren, die Bevölkerung Oberammergaus wäre besonders nationalsozialistisch eingestellt gewesen, ist nicht stimmig. Völlig unzureichend ist auch die Untersuchung der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Oberammergau. Er konzentriert sich hier nur auf einen Fall, den des Juden Max Peter Meyer, und präsentiert hier noch dazu falsche Tatsachen. Das Anliegen, das James Shapiro mit diesem Buch verwirklichen wollte, nämlich auf die Problematik des Antisemitismus im Oberammergauer Passionsspiel hinzuweisen, leidet unter den zum Teil falschen Ergebnissen, zu denen er aufgrund mangelnder Recherche kommt. An dieser Stelle sei hingewiesen, daß es mittlerweile eine wissenschaftliche Veröffentlichung zur Geschichte Oberammergaus im Dritten Reich gibt, die diese Phase der Geschichte des Passionsspiels umfangreich schildert: Ludwig Utschneider: Oberammergau im Dritten Reich. Oberammergau 2000. (ISBN 3-9807212-0-5)
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