Zynisch, sarkastisch und mit viel Galgenhumor gepfeffert, entführt Susanne Henke in ihren 15 bissigen Stories den Leser in den deutschen Alltag und darüber hinaus. Da tummeln sich gemobbte Mitarbeiter, intrigante Chefs, betrogene Ehemänner und solche die es werden sollen, und beinahe immer kommt jemand ums Leben - auf die eine oder andere Weise.
Dieses gemeinsame Muster zieht sich durch die Kurzgeschichten, so daß bald schon klar ist, wer in der nächsten Story wohl dran glauben muss. Dennoch haben die Geschichten Witz und Biß und sind eine vergnügliche Lektüre für zwischendurch - ideal, um auch mal zwischen Telefonklingeln und Aktenablage ein literarisches Häppchen dazwischen zu schieben und dem Trott zumindest in der Phantasie zu entfliehen.
Die teilweise detailreich ausgeführten Charaktere setzt die Hamburger Autorin sehr bildhaft in Szene. Auffällig ist die auch sprachlich gleichbleibende Struktur der Mordsgeschichten, die sich aus knappen, kurzen Sätzen aneinanderfügen - dem Genre durchaus angemessen, manchmal aber doch ein wenig monoton in der Satzmelodie. Etwas mehr Variabilität hätte hier und da dem Lesefluß gut getan.
Ein schönes, knackiges Debut, das auf mehr hoffen lässt.