Ihr dritter Fall führt die Ghostwriterin Kea Laverde nach Landshut, wo gerade die Vorbereitungen für das Volksfest Landshuter Hochzeit auf vollen Touren laufen. Die 82-jährige Irma Schwand hat sie zu sich bestellt, nachdem sie die erschütternde Diagnose Alzheimer erhielt. Für deren Enkelin Julika soll Kea Irmas Erlebnisse der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs aufschreiben, bevor sie vergisst, was sich damals zugetragen hat. Während Kea die alte Dame interviewt, wird Julika tot aufgefunden, ertrunken in einer Pfütze. Die Landshuter Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Keas Freund Nero Keller, Ermittler beim Landeskriminalamt München, wird als Spezialist für Computerkriminalität hinzugezogen. Aber Kea taucht immer tiefer in die Geschichte ein und ermittelt zusammen mit Magnus Kreuzkamp, einem Landshuter Journalisten, ebenfalls. Wer kommt dem Geheimnis der Geschehnisse im April 1945 auf die Spur? Und was haben die mit dem Mord an Julika zu tun?
Der Roman ist gegliedert in einzelne Tage, beginnend mit dem 24. Juni 2009. Unter jedem Datum befindet sich ein Zitat, das mit dem Vergessen zu tun hat. Die Tage sind unterteilt in relativ kurze Kapitel, die jeweils aus einer anderen Sicht erzählt werden. Die Erzählungen Keas und Irmas Erinnerungen sind in der Ichform verfasst, alle anderen in der dritten Person aus der Sicht der anderen Protagonisten. Diese Form machte es mir sehr gut möglich, die Charaktere kennenzulernen und mich in sie hineinzuversetzen. Voller Spannung begleitete ich die Figuren, bis am Ende alle Fäden zu einem logischen Ende zusammenliefen. Mit Kea Laverde hat die Autorin eine interessante Protagonistin erschaffen. Sie ist eine selbstbewusste und starke Frau, die sich ihren Lebensunterhalt als Autorin fremder Geschichten verdient. Immer wieder trifft sie auf außergewöhnliche Erzähler, die ihr ihre Lebensgeschichte anvertrauen. In einem Nachwort erklärt Frau Schmöe, dass die Erlebnisse Irmas zum Teil auf einer wahren Geschichte beruhen.
Die Autorin ist Germanistin, was man der Sprache in ihren Romanen deutlich anmerkt. Es ist eine wahre Freude, ihren Erzählungen zu folgen. Obwohl die Bücher um Kea Laverde eine Reihe sind, kann man sie auch unabhängig voneinander lesen. Wobei sich die Hauptfigur natürlich im Laufe der Serie entwickelt. Dies kann man besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält.
Der Gmeiner Verlag hat sich auch zu diesem Krimi wieder ein schönes und originelles Cover einfallen lassen: Auf einem Kopfsteinpflaster sieht man ein Pfütze, in der sich ein Mann spiegelt. Das Wasser ist glänzend dargestellt, der Rest des Bildes matt. Die gute Qualität des Papiers und die hochwertige Verarbeitung der Bücher sind ein weiteres Schmankerl, das mir das Lesen versüßt hat.
Fazit:
Bisduvergisst" ist ein spannender dritter Fall für Kea Laverde, der mir nicht nur die Landshuter Hochzeit näher gebracht hat, sondern auch die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und die Krankheit Alzheimer gefühlvoll beschreibt.
Kea-Laverde-Reihe:
1. Schweigfeinstill
2. Fliehganzleis
3. Bisduvergisst